"Heute" hat in den vergangenen Tagen wiederholt berichtet: Für gerade einmal einen Liter Treibstoff muss man mittlerweile mehr als 2 Euro hinlegen. Der Aufschrei unter Autofahrern ist groß.
Die Entwicklung rief auch die Politik auf den Plan. OÖ-Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) etwa pochte auf eine genaue Prüfung der Preise. Die Bundesregierung kündigte unterdessen Regulierungsmaßnahmen an.
Jetzt schaltet sich die Arbeiterkammer OÖ in die Diskussion ein. Ihre Kritik: Wegen des Nahost-Konflikts seien zwar die Rohölpreise gestiegen, die Kosten für Sprit hätten aber "noch deutlich stärker" zugelegt. Die "Risikoaufschläge" an den Tankstellen seien nicht gerechtfertigt.
Woran sich die AK stößt: Der derzeit abgegebene Kraftstoff wurde von den Mineralölunternehmen im Großhandel noch zu deutlich niedrigeren Konditionen eingekauft. Laut Berechnungen ist der Aufschlag auf den Einkaufspreis bei Benzin um 38 Prozent und bei Diesel sogar um 57 Prozent gestiegen – also deutlich stärker als der Rohölpreis.
Angesichts der jüngsten Teuerungskrise müsse verhindert werden, dass sich diese Erhöhungen weiter auf Produktion und Konsum übertragen, betont Kammerpräsident Andreas Stangl. Denn dadurch würde die Inflation steigen.
„Um den volkswirtschaftlichen Schaden zu begrenzen, muss gezielt in die Preise eingegriffen werden.“Andreas StanglPräsident der AK OÖ
Doch nicht alle wirtschaftspolitischen Instrumente seien in der aktuellen Situation geeignet. Reine Steuersenkungen auf Mineralölprodukte würden sogar die derzeit hohen oder gar noch weitere Gewinnaufschläge von Raffinerien und Tankstellen sichern, so Stangl. "Um den volkswirtschaftlichen Schaden zu begrenzen, muss gezielt in die Preise eingegriffen werden."