Nach dem Bericht über eine angebliche Krebs-Fehldiagnose im Linzer Kepler Universitätsklinikum stellt das Spital nun klar: Eine falsche Krebsdiagnose habe es nie gegeben. Der tatsächliche Ablauf sei deutlich anders gewesen als dargestellt.
Die betroffene Patientin hatte sich Anfang Februar im Brustkompetenz-Zentrum vorgestellt. Sie brachte Mammografie-Aufnahmen mit, die zuvor extern erstellt worden waren, und wollte diese genauer abklären lassen.
Beim Öffnen der elektronischen Patientenakte bemerkte der behandelnde Oberarzt laut Klinik sofort eine Unstimmigkeit. Die angezeigten Daten passten nicht zu den mitgebrachten Röntgenbildern. Grund dafür war laut Spital eine sehr ähnliche Namensschreibung zweier Patientinnen - gleicher Nachname und nahezu identischer Vorname, der sich nur durch einen Doppelbuchstaben unterscheidet.
Der Fehler sei innerhalb weniger Minuten erkannt und direkt mit der Patientin geklärt worden. Anschließend habe der Arzt die korrekten Aufnahmen geöffnet und die Untersuchung wie geplant fortgesetzt.
Auf Basis der richtigen Bilder wurde wegen einer Auffälligkeit eine zusätzliche bildgebende Untersuchung angesetzt. Diese fand laut Klinik wenige Tage später statt. Das Ergebnis brachte rasch Entwarnung: Es gab keine Hinweise auf eine bösartige Veränderung. Eine Biopsie oder Operation sei nicht notwendig gewesen.
Die Patientin sei noch am selben Tag in einem weiteren Gespräch über das Ergebnis informiert worden. Laut Klinik entstand zu keinem Zeitpunkt ein gesundheitlicher Schaden.
In einem Bericht hatte es zuvor geheißen, bei der Frau sei irrtümlich Brustkrebs diagnostiziert worden und sie habe daraufhin massive Angst und Panik erlebt. Diese Darstellung weist das Kepler Universitätsklinikum entschieden zurück. Laut Spital sei nie von einer bestätigten bösartigen Erkrankung gesprochen worden.
Auch eine akute psychische Belastungsreaktion habe es laut Klinik nicht gegeben. Wäre eine solche bemerkt worden, hätte man sofort psychologische Unterstützung organisiert.
Das Klinikum betont zudem, dass Ärztinnen und Ärzte täglich unter großem Druck arbeiten und komplexe medizinische Entscheidungen treffen müssen. Verzerrte Darstellungen könnten das Vertrauen in das öffentliche Gesundheitssystem beschädigen. Warum das Spital diese Sichtweise und Darstellung nicht schon beim ersten Medienbericht betont hat, ist unklar.