Lange Gesichter an den Tankstellen: Für einen Liter Treibstoff müssen Autofahrer weiterhin tief in die Tasche greifen. Dabei ist der Rohölpreis zuletzt deutlich gefallen.
Am Montag erreichte der Preis für ein Barrel (Fass) Brent-Rohöl noch eine Spitze von 108 Dollar. Kurzzeitig sackte er danach sogar auf 84 Dollar ab. Aktuell (Stand Mittwochnachmittag) liegt er wieder bei rund 90 Dollar - ein Minus von rund 16,5 Prozent.
An den Zapfsäulen in Oberösterreich kommt dieser Rückgang aber kaum an. Laut Daten des ARBÖ haben sich die Preise seit Montag praktisch nicht verändert. Am Montagnachmittag kostete Super 95 im Schnitt 1,926 Euro pro Liter, Diesel 1,726 Euro. Am Mittwochvormittag lagen die Preise nahezu gleich: 1,925 Euro für Super und 1,721 Euro für Diesel.
Der ARBÖ kritisiert diese Entwicklung scharf. OÖ-Landesgeschäftsführer Thomas Harruk erklärt gegenüber "Heute": Zwar sei der Rohölpreis nur einer von mehreren Faktoren für die Preisgestaltung an den Tankstellen.
Auch Treibstoffbörsen wie jene in Rotterdam sowie Angebot und Nachfrage spielen eine Rolle. Dennoch sei ein Muster klar erkennbar. "Es ist offensichtlich, dass Preissteigerungen wie gewohnt unmittelbar an die Endverbraucher weitergegeben werden, während Preissenkungen bedeutend langsamer und zurückhaltender erfolgen."
Auch die Arbeiterkammer Oberösterreich schlägt Alarm. Sie weist darauf hin, dass die aktuellen Preise an den Zapfsäulen deutlich stärker gestiegen seien als der Rohölpreis. Laut Berechnungen ist der Aufschlag auf den Einkaufspreis bei Benzin um 38 Prozent gestiegen, bei Diesel sogar um 57 Prozent.
AK-Präsident Andreas Stangl fordert deshalb ein Eingreifen der Politik: "Um den volkswirtschaftlichen Schaden zu begrenzen, muss gezielt in die Preise eingegriffen werden."