Personal streikte in Linz

Pflegerin (32) über Alltag: "Emotional extrem fordernd"

Pflegerin Jacqueline (32) erzählt "Heute" bei einer Demo, warum die Belastung für viele nicht mehr tragbar ist. Bald sind neue Verhandlungen.
Lea Strauch
28.01.2026, 05:00
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Am Donnerstag der Vorwoche ging in den meisten OÖ-Ordensspitälern im ganzen Bundesland nichts mehr wie gewohnt: Das nicht ärztliche Personal legte die Arbeit nieder und setzte mit dem Streik ein deutliches Zeichen. Hintergrund sind die seit Monaten erfolglosen KV-Verhandlungen – viele Beschäftigte sehen sich am Limit und fordern endlich konkrete Verbesserungen.

Jacqueline (rechts) setzte sich bei der Demo in Linz mit Kolleginnen ihrer Station für besser Arbeitsverhältnisse ein.
"Heute"/Lea Strauch

Eine von ihnen ist Jacqueline. Die 32-Jährige arbeitet in einem Linzer Ordensklinikum als Pflegerin auf der Pankreaschirugie. "Unsere Patienten sind prinzipiell gleich mal einige Tage auf der Intensivstation. Wenn sie zurückkommen, können nicht selber aufstehen, sich nicht selber waschen. Diese Menschen sind einfach extrem pflegebedürftig und extrem fordernd", erzählt sie "Heute" von ihrem Alltag.

Zwischen Tod und nächstem Zimmer

Gerade auf ihrer Station sei die Belastung enorm – auch, weil es an Personal fehlt. Normalerweise seien zwei diplomierte Krankenschwestern im Dienst. Pflegeassistenzkräfte wären zwar zur Unterstützung da, dürfen aber viele notwendige Tätigkeiten nicht übernehmen: "Es ist einfach das Problem, dass wir am Ende des Tages alles alleine machen müssen, alles überdenken müssen."

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Und nicht nur körperlich zehrt die Arbeit: "Es ist emotional auch extrem fordernd, wenn man zum Beispiel mit Verstorbenen oder den Angehörigen zu tun hat. Ich muss aber ins nächste Zimmer gehen und so tun, als wäre alles gut." All das nehme man auch nach Hause mit: "Am Ende des Tages sind wir einfach ausgebrannt und der Kopf ist leer."

Genau deshalb hält Jacqueline eine Arbeitszeitverkürzung für sinnvoll – damit die Pflegekräfte nicht weiter am Limit arbeiten müssen und die Qualität nicht leidet: "Wir müssen Arbeit leisten, das ist uns klar. Die leisten wir auch gerne. Aber irgendwann kann ich das qualitativ nicht mehr so machen, wie wir es uns alle wünschen würden."

"Das kann sich keiner vorstellen"

Und wenn die 32-Jährige den Arbeitgebern am Verhandlungstisch eine Sache mitgeben könnte, dann diese: "Geht einen Tag mit mir mit. Ich glaube, dass das für sich sprechen würde. Was wir jeden Tag leisten müssen, das kann sich keiner vorstellen."

Nach mehreren Runden ohne Ergebnis in den Verhandlungen wächst der Druck: Gewerkschaft und Beschäftigte pochen auf spürbare Entlastung und faire Bezahlung. Konkret eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 35 Wochenstunden sowie eine Lohnerhöhung zumindest in Höhe der Inflation. Die Streiks dürften jedenfalls Wirkung gezeigt haben: Seit Dienstag ist der Termin für die fünfte Verhandlungsrunde fix: Am 4. Februar könnte es demnach endlich eine Einigung geben.

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