Wer nicht kommt, zahlt!

"Geht nicht anders!" Wirte kassieren Strafen von Gästen

Bis zu 100 Euro verlangen Wirte, wenn Reservierungen nicht eingehalten werden. "Es braucht Erziehungsmaßnahmen", sagt OÖ-Wirtesprecher Gerold Royda.
27.01.2026, 20:27
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Es ist seit mehr als einem Jahr der Top-Aufreger, wenn es um Lokalbesuche geht: Die sogenannte No-Show-Gebühr. Wirte verlangen Strafzahlungen, wenn man reserviert, dann aber nicht erscheint.

In Wien kassiert Promi-Italiener Luigi Barbaro etwa in Zeiten des hohen Andrangs rund um den Jahreswechsel 100 Euro pro Nichterscheinen (No Show). In Linz erfährt man im Restaurant Vedi schon bei der Online-Buchung: "Bei nicht wahrnehmen Ihrer Tischreservierung - ohne Storno, verrechnen wir eine Gebühr von 70,- Euro pro Person." Bei der dazugehörigen "Einkehr" sind es 50 Euro.

Bekannt wurde ein Fall aus Pupping (Eferding im Hausruckviertel). Reserviert wurde im Donauwirt für neun Personen, es kamen aber nur acht. Auf der Rechnung fand sich am Schluss ein Posten über 20 Euro für den nichterschienen Gast. Die Gruppe war sauer, der Wirt informiert aber seine Gäste in der Reservierungs-SMS: Eine kostenlose Stornierung sei nur bis 24 Stunden vor dem Termin möglich. Danach würden – abhängig vom Zeitpunkt – 15 bis 20 Euro pro fehlender Person verrechnet.

Das Phänomen ist kein Geringes, klagen Wirte. Laut Schätzung aus der Wirtschaftskammer, schwänzt etwa jeder 20. Lokalgast seine Reservierung. Die Folgen für die Gastronomen: Ihnen entgehen wichtige Einnahmen, zahlen dennoch für Personal, Waren…

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Kunden müssen "erzogen" werden, sagt jetzt Gerold Royda, Wirtesprecher der Wirtschaftskammer Oberösterreich zu "Heute". Auf die Frage nach der umstrittenen Gebühr zeigt er Verständnis – verweist aber auf unterschiedliche Rahmenbedingungen. "Das ist eine individuelle Geschichte, je nach Betrieb. Da braucht es unterschiedliche Regelungen", sagt Royda.

"In den Hotels ist es auch selbsterklärend"

Grundsätzlich könne er jedoch nachvollziehen, dass Gastronomen handeln müssten, wenn Gäste wiederholt ohne Absage fernbleiben. "Wenn ich permanent Stoßzeiten habe und der Gast nicht fähig ist, einen Tisch telefonisch oder per Mail zu stornieren, sondern einfach nicht kommt oder mit weniger Personen erscheint, dann braucht es offensichtlich Erziehungsmaßnahmen", betont er. "Anders würde es nicht gehen."

Ein Vergleich zur Hotellerie liege für ihn auf der Hand: "In den Hotels ist es auch selbsterklärend: Wenn das Zimmer nicht rechtzeitig storniert wird, wird es verrechnet." Zudem würden Gäste im Vorfeld mehrfach auf entsprechende Regelungen hingewiesen.

Gerade angesichts moderner Kommunikationsmöglichkeiten hält Royda Ausreden für kaum nachvollziehbar. "In Zeiten von Handy und E-Mail ist das sicher kein Problem", sagt er. Natürlich sei es hinzunehmen, wenn Gäste kurzfristig mit weniger Personen erscheinen, "aber wenn man sagt, wir sind zwei, drei oder fünf Leute weniger, dann ist das auch eine Frage der gegenseitigen Wertschätzung".

{title && {title} } POM,rep, {title && {title} } 27.01.2026, 20:27
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