Derzeit sorgt ein extremes Beispiel für Aufruhr: Eine Gruppe von Freunden besucht ein Wirtshaus in Pupping (OÖ). Acht Personen erscheinen, neun waren angesagt. Das führte zu folgender Position auf der Rechnung: "1 Stück – No-Show – 20,00 Euro." Übersetzt: Ein Gast ist nicht erschienen, macht 20 Euro! Der Ärger bei den Gästen war laut Krone groß.
Vor einigen Tagen berichtete "Heute" von einem weiteren aufsehenerregenden Fall: Der Wiener Promi-Wirt Luigi Barbaro drohte mit 100 Euro Strafe, wenn ein Gast trotz Reservierung nicht erschienen war. Üblich wären bei ihm 25 Euro Pönale, doch die betroffene Gruppe reservierte ausgerechnet für die wichtigste Zeit in der Gastronomie: Kurz vor Silvester.
"Heute" sprach mit Thomas Peschta, dem obersten Gastrovertreter Wiens. "Das tut uns immer weh", sagt der Wirte-Sprecher der Wirtschaftskammer Wien. Das Phänomen komme immer häufiger vor: "Menschen reservieren in mehreren Lokalen und entscheiden sich dann völlig spontan für das eine – informieren den zweiten Wirt aber nicht", so beschreibt Peschta einen typischen Fall.
Gesicherte Zahlen gibt es nicht zu leer bleibenden Sesseln und Tischen, dennoch: "Gefühlsmäßig taucht jede zwanzigste Reservierung nicht auf", sagt Peschta. Dabei solle eine Strafgebühr immer die letzte Konsequenz bleiben, aber: "Wenn man solche Beispiele hört, versteht man, dass die Wirte sagen, so geht es nicht. Es ist auch ein Thema der gegenseitigen Wertschätzung."