Du hängst die frisch gewaschene Kleidung raus, ein paar Stunden später holst du sie wieder rein – und plötzlich fühlen sich die Klamotten steinhart an. Gerade im Winter passiert das schnell: Bei Minusgraden wird aus "Wäsche trocknen" oft zuerst einmal "Wäsche einfrieren". Was im ersten Moment nach einem Problem klingt, ist aber gar keines. Im Gegenteil: Draußen trocknen funktioniert auch bei Kälte – man braucht nur Geduld.
Auch wenn es verrückt klingt: Wäsche kann bei Minusgraden draußen trocknen. Dabei handelt es sich um die Frosttrocknung: Hier gefriert das Wasser in den Fasern und kann bei passenden Bedingungen nach und nach "verschwinden", ohne dass die Kleidung zwischendurch wieder patschnass wird. Genau hier ist aber Geduld gefragt, denn der häufigste Fehler passiert ausgerechnet dann, wenn die Wäsche schon "fertig" wirkt.
Ganz wichtig beim Trocknen bei der Kälte: Hol gefrorene Wäsche nicht zu früh rein. Viele machen genau diesen Fehler, weil sie glauben, die Kleidung wäre fast trocken. Doch sobald du die steifen Teile ins Warme bringst, taut das Eis in den Fasern wieder auf und wird zu Wasser. Statt draußen langsam zu trocknen, wird die Wäsche drinnen plötzlich wieder feucht.
Die Kleidung muss dann in der Wohnung noch einmal trocknen – und das kann nicht nur länger dauern, sondern auch die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen. Und wer zu viel Feuchtigkeit zu Hause hat, lädt Schimmel schneller ein, als einem lieb ist.
Solange die Kleidung noch hart und steif ist, ist sie meist nicht trocken. Frostgetrocknete Wäsche kannst du erst dann abhängen, wenn sie wieder weicher wird und sich normal anfühlt. Dann ist das Wasser nicht mehr "nur gefroren", sondern die Kleidung wirklich trocken genug, um drinnen nicht wieder aufzuweichen. Und das hat noch einen weiteren Vorteil: Du tust damit auch deiner Wäsche selbst etwas Gutes.
Denn gefrorene Textilien sind deutlich empfindlicher. Besonders feine Stoffe wie Spitze, Seide oder dünne Funktionswäsche können im steifen Zustand schneller beschädigt werden. Wer dann kräftig zieht, knickt oder wringt, riskiert Faserschäden – im schlimmsten Fall sogar kleine Risse oder ausgeleierte Stellen.
Damit die Frosttrocknung wirklich klappt, müssen Temperatur und Wetter mitspielen: Am besten funktioniert es, wenn es deutlich unter null Grad ist und die Luft trocken bleibt. Bei feuchtem Wetter, Nebel, Schnee oder Regen bringt das Ganze wenig – dann wird die Wäsche eher feucht oder sogar komplett nass.
Natürlich kann auch ein Wetterumschwung dazwischenfunken: Du hängst die Wäsche bei Minusgraden raus, doch später steigen die Temperaturen oder es beginnt zu schneien. Dann musst du sie manchmal reinholen, bevor sie vollständig trocken ist. In diesem Fall lässt du sie drinnen am besten an einem gut gelüfteten Ort fertig trocknen, statt sie draußen "durchweichen" zu lassen.