Für aktuelle Wintersaison

Flüchtlinge bekommen Kleidung: Verein sammelt Spenden

Mitten im Winter wird dringend Hilfe gesucht: In St. Pölten startet diese Woche eine Sammelaktion für Schutzsuchende entlang der Balkanroute.
Victoria Carina  Frühwirth
20.01.2026, 08:00
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Von 22. bis 25. Jänner können im Sonnenpark warme Kleidung und überlebenswichtige Gegenstände abgegeben werden. Die Aktion läuft täglich von 16 bis 20 Uhr und richtet sich an Menschen, die derzeit oft schutzlos Kälte und Nässe ausgeliefert sind.

Spendentransport entlang Fluchtweg

Hinter der Initiative steckt der Verein "SOS Balkanroute", der von einer breit aufgestellten zivilgesellschaftlichen Gruppe aus Niederösterreich unterstützt wird. Beteiligt sind etwa die "Steyler Missionare", die Initiative "Ankommen in Würde", "Zusammenhalt Niederösterreich" sowie die "Seebrücke Herzogenburg". Gemeinsam organisieren die Gruppen die Sammeltage und den Weitertransport der Spenden zu besonders betroffenen Regionen entlang der Fluchtroute.

"Seit sechs Jahren sammeln wir in ganz Österreich Spenden. Diesmal waren wir schon in Gmünd, Neulengbach, Amstetten, Schwechat und Krems. Sankt Pölten wird unser NÖ-Finale", erzählt Petar Rosandić, Obmann der SOS Balkanroute, im "Heute"-Gespräch.

Ehrenamtliche packen an

Rosandić: "Wir haben Hunderte lokale Freiwillige in Österreich, allein in St. Pölten haben schon 15 zugesagt. Wir haben auch Zustimmung aus der Stadtpolitik in der Landeshauptstadt." Vizebürgermeister Michael Kögl (SPÖ) und die GRW-Spitzenkandidaten Max Zirngast (KPÖ) und Bernd Pinzer (Neos) haben bereits angekündigt, in den kommenden Tagen bei der Sammelaktion vorbeizukommen.

Der Bedarf an Unterstützung ist groß, vor allem jetzt im Winter. Gesucht werden warme Winterkleidung und Dinge, die das Überleben im Freien erleichtern. Dazu zählen Schlafsäcke, Isomatten, Decken und Rucksäcke ebenso wie Winterjacken und -hosen bis Größe L, warme Herrenschuhe bis Größe 45, Thermo-Unterwäsche, Hauben und Handschuhe. "Uns fehlen ganz viele Schuhe in der Größe 38 bis 45. Ohne Schuhe geht gar nichts", so Obmann Rosandić.

Auch Stirnlampen, Smartphones und Powerbanks werden dringend benötigt, da sie für Orientierung und Kontaktmöglichkeiten im Freien essenziell sind.

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Konkrete Hilfe in Notsituation

Die Organisatoren betonen, dass es bei der Aktion nicht nur um Sachspenden geht, sondern auch um ein deutliches Zeichen der Solidarität. Ziel sei es, Menschen vor dem Frieren zu bewahren und in einer extrem schwierigen Situation konkrete Hilfe zu leisten. Rosandić spricht davon, dass der Verein "SOS Balkanroute" jeden Winter tausenden Flüchtlingen an den EU-Außengrenzen und an Durchzugsorten hilft, wo diese von illegalen Pushbacks der Grenzbeamten betroffen sind.

Seit sechs Jahren unterstützt der Verein Flüchtlinge an der EU-Außengrenze.
SOS Balkanroute

Rosandić: "Bei der jetzigen Tour konnten wir schon 91 Kisten an Hilfsgütern in Amstetten sammeln, 50 Kisten in Neulengbach, je 40 in Krems und Maria Enzersdorf, 30 Kisten in Gmünd und 20 Kisten in Schwechat. Das macht also 271 Kisten voller Sachspenden aus, allein in Niederösterreich. Damit füllen wir sicherlich einen Sattelschlepper."

Die Annahmestelle befindet sich im Sonnenpark am Spratzerner Kirchenweg 81–83. Alle gespendeten Gegenstände sollen direkt dort ankommen, wo sie aktuell am dringendsten gebraucht werden.

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