Henrik Kristoffersen fuhr in Wengen zum 100. Mal auf das Podest und zog damit in der Ski-Bestenliste mit mir gleich. Herzliche Gratulation!
Emotional verbindet uns beim 100er-Jubiläum nicht viel. Mein 100. Stockerlplatz war ein Sieg in der Kombi von Veysonnaz. Ich habe mich im Jänner 1996 darüber gefreut, weil ich am Ende der Karriere mehr mit der Reha meines geschundenen Körpers als mit Training am Berg beschäftigt war.
Kristoffersen wirkte in Wengen gar nicht happy. Vor dem Slalom konfrontierte er Rennleiter Markus Walder wegen der unrhythmischen Kurssetzung. Kurz nach dem Rennen stieß ihm die Pistenpräparierung sauer auf, weil zu ungleichmäßig.
Als Top-Läufer muss er das meistern. Mit seiner Kritik will sich Henrik profilieren. Das ist unnötig, damit tut er sich nichts Gutes.
Kristoffersen muss froh sein, dass er heute fährt und nicht zu meiner Zeit. Da war oft das Militär für die Pistenpräparation zuständig. Die Abfahrtspiste glich dann einem Kartoffelacker, der aussah, wie von einem Traktor aufgerissen.
Als Fahrer hat es dich durchgerüttelt und geschüttelt. Im Ziel bin ich froh gewesen, wenn alle Plomben noch im Mund waren.
Kristoffersen ist ein hervorragender Läufer, der seit Jahren ein bestimmender Faktor im Weltcup ist, aber nie die Nummer 1 war. Nach Marcel Hirscher verstellte ihm Marco Odermatt den Weg zum Platz an der Sonne.
Im Slalom sind jetzt seine Teamkollegen einen Tick schneller. Ein gewisser Frust schwingt bei seinen Aussagen mit. Dabei kann er stolz sein auf den Hunderter.