Für Henrik Kristoffersen war es ein Renn-Sonntag mit zwei Seiten : sportlich ein Erfolg, emotional ein Ärgernis. Der Norweger feierte beim Slalom in Wengen als Dritter sein 100. Weltcup-Podium – und legte sich gleich nach dem Rennen mit der FIS an.
Schon vor dem Rennen hatte es zwischen dem 31-Jährigen und FIS-Rennleiter Markus Waldner ein hitziges Wortgefecht gegeben.
Nach dem dritten Platz ließ Kristoffersen seinem Ärger freien Lauf: "Die Bedingungen waren extrem wechselhaft. Ein Abschnitt war total glatt, dann wieder weich, danach sehr aggressiv und plötzlich wieder eisig."
Für ihn ein klarer Fall: Die Präparierung war mangelhaft – und gefährlich. "Das ist extrem gefährlich für Knie und Rücken. Das hätte nicht so sein müssen, man hätte die Piste anders präparieren können."
Dabei hätte der Norweger eigentlich feiern können: 100 Weltcup-Podestplätze sind eine Marke, die nur wenige erreichen. Ans Karriereende denkt Kristoffersen trotzdem nicht: "Diese Marke bedeutet mir sehr viel, aber ich bin noch nicht fertig. Ich plane meine Karriere bis zu den Olympischen Spielen 2030."
Kritik an Kristoffersen kommt von Ex-Rennleiter Hans Pieren. Der frühere Fahrer sah die Probleme nicht in der Piste, sondern bei den Läufern selbst: "Ein Innenski-Fehler wurde schon vor 40 Jahren mit einem Ausfall bestraft. Dazu kam eine sehr anspruchsvolle Kurssetzung."