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Ski-Japaner geht vor Kitzbühel-Rennen viral

Shiro Aihara sorgte in Adelboden für eine der Geschichten der Skisaison. Der Japaner begeisterte dabei nicht nur die Fans in der Schweiz.
Sport Heute
19.01.2026, 11:21
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Die Videos und Fotos von Aiharas Auftritt in Adelboden gingen rund um den Globus: Mit der hohen Startnummer 60 schaffte er es im ersten Durchgang des Slaloms ins Finale und feierte diesen Erfolg ausgelassen im Ziel. Im zweiten Lauf legte er erneut eine starke Fahrt hin und holte als 25. seine ersten Weltcup-Punkte. Für ein paar Minuten durfte Aihara sogar am Leader-Thron Platz nehmen und sorgte mit seinen ehrlichen Reaktionen für herzerwärmende Szenen. Im Rahmen der Lauberhornrennen hat das Schweizer Portal "20 Minuten" mit dem Sportler gesprochen.

Aihara überrascht mit Deutschkenntnissen

"Ich bin wirklich sehr glücklich über meine ersten Weltcup-Punkte. Ich habe davor 18-mal im Weltcup gestartet – endlich hat es jetzt in Adelboden geklappt. Im zweiten Durchgang konnte ich mit einer frühen Nummer starten und das hat mir geholfen", erzählt Aihara am Freitag, nur zwei Tage vor dem Slalom am Lauberhorn.

Dass im Internet zahlreiche Videos von ihm viral gingen, ist auch Aihara nicht entgangen: "Dass die Videos so um die Welt gingen, war sehr schön. Ich habe viele Nachrichten erhalten", sagt er. Besonders lustig: Der Japaner kann sogar ein bisschen Deutsch! "Ich kenne zwei deutsche Ausdrücke: Dankeschön und zahlen bitte", lacht Aihara.

Vorbilder aus Japan und Deutschland

Mit drei Jahren stand Aihara zum ersten Mal auf den Ski – damals in Sapporo, seiner Heimat in der Präfektur Hokkaido. In den letzten zwei Jahrzehnten schafften es mit Akira Sasaki und Naoki Yuasa zwei Japaner aufs Weltcup-Podest im Slalom. "Die beiden sind natürlich meine Idole. Aber mein großes Vorbild ist der Deutsche Felix Neureuther. Ich bin früher Nordica-Ski gefahren – so wie Neureuther. Deshalb habe ich ihn besonders bewundert", erklärt Aihara.

Während des Winters in Europa ist Aihara lange von daheim weg. Auch sein Trainer Kyosuke Kono erzählt: "Von September bis März leben wir in Österreich – das ganze japanische Männer-Team gemeinsam. Das ist die einzige Möglichkeit, alle Weltcup-Rennen hier in Europa zu fahren. Insgesamt sind wir etwa zehn Leute, Fahrer und Betreuer zusammengezählt."

In Adelboden hat Kono auch kurz mit dem Schweizer Cheftrainer Tom Stauffer gesprochen: "Ich habe mich mit ihm über unser Budget unterhalten – er war überrascht, wie wenig das ist. Wir brauchen für die Saison ungefähr 70.000 bis 80.000 Euro. Die Schweizer haben sicher das Zehn- bis Zwanzigfache", so Kono.

Olympia noch offen

"Im Februar bin ich wieder einmal zu Hause. Wahrscheinlich reise ich vor den Olympischen Spielen kurz heim", erzählt Aihara. Zwischen dem letzten Weltcup-Slalom und Olympia liegen etwa drei Wochen. Ob er bei Olympia starten darf, steht aber noch nicht fest. Die Vergabe der Startplätze ist kompliziert. "Wir wissen noch nicht, wie viele Startplätze Japan bekommen wird. Nächste Woche sollte das klar sein", so Aihara.

Aihara hat neben Olympia noch weitere große Ziele: "Mein Traum ist natürlich, ein Rennen zu gewinnen und der beste Fahrer der Welt zu werden. Aber ich will vor allem auch viele Menschen in Japan motivieren, selbst Ski zu fahren", sagt er und ergänzt: "Ich hoffe sehr, dass es bald wieder Weltcup-Rennen in Japan gibt."

In Wengen diesmal ohne Punkte

Am Sonntag stand Aihara zum zweiten Mal in Wengen am Start. Dieses Mal blieb er aber ohne Punkte – ein grober Fehler verhinderte die Qualifikation für den zweiten Lauf. Trotzdem ist der 24-Jährige mit seiner Woche im Berner Oberland zufrieden: "Adelboden war einfach super – ich bin glücklich", sagte ein strahlender Aihara nach dem ersten Lauf am Sonntagvormittag in Wengen gegenüber 20 Minuten.

Seine neue Popularität hat dem Ergebnis keinen Abbruch getan. Minutenlang erfüllte Aihara Autogrammwünsche und posierte mit vielen Kindern für Erinnerungsfotos. Schon nächste Woche geht es für ihn mit dem Slalom in Kitzbühel weiter. Die Chancen stehen gut, dass ihm auch dort die Herzen der Fans zufliegen!

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 19.01.2026, 11:46, 19.01.2026, 11:21
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