Henrik Kristoffersen stand beim prestigeträchtigen Slalom in Adelboden zum 99. Mal auf einem Weltcup-Podest. Der Norweger wurde Dritter und hätte eigentlich jeden Grund zur Freude gehabt – doch beim Technik-Spezialisten war davon keine Spur.
"Wo ist Henrik? Ich sehe ihn gerade nirgends", fragt SRF-Moderator Päddy Kälin nach dem Rennen seinen Kollegen Marc Berthod. Geplant war eigentlich, Kristoffersen im TV zu interviewen. Doch vom 31-Jährigen war keine Spur. Ein norwegischer Betreuer gab dann Aufschluss: "Er zerbricht gerade einige Ski-Stöcke".
"Was macht er?", fragt der Schweizer Moderator ungläubig nach, weil er die Antwort offenbar nicht gleich verstanden hatte. "Ah, er zerbricht Stöcke. Dann ist er wohl gerade nicht in der Lage, mit uns zu reden", erklärte Kälin und beschloss damit die kuriose Szene.
Die Analyse des Rennens ging weiter – ohne ein Interview mit Kristoffersen. Kurz bevor der Sender zurück ins SRF-Studio nach Zürich schaltete, meinte der Moderator noch mit einem Schmunzeln: "Er zerstört wohl immer noch seine Stöcke, wir müssen ihn jetzt mal beruhigen lassen."
Wieso der Ärger bei Kristoffersen? Im ersten Durchgang legte der Technik-Spezialist noch die schnellste Zeit hin und hatte den Sieg selbst in der Hand. Im zweiten Lauf patzte er aber, und fuhr nur zur 11. besten Laufzeit – gleichbedeutend mit dem dritten Platz. Schon im Ziel war dem 31-Jährigen der Frust merklich anzusehen. Während der Franzose Paco Rassat über den Sieg beim Klassiker jubelte, schüttelte Kristoffersen nur ungläubig den Kopf und verbog seinen Stock hinter seinem Rücken.
Nach seinem Wutausbruch erwischt ihn "20 Minuten" dann doch noch für ein kurzes Interview. Kristoffersen beantwortet allerdings nur zwei Fragen. "Ich bin zufrieden mit dem dritten Platz, aber mit allem bin ich nicht zufrieden. So ist halt Ski fahren", sagt der Norweger kurz. "Wir probieren immer unser Bestes, aber so läuft es dann", meint der 31-Jährige weiter. Was ihn so geärgert hat, dass er seine Stöcke zerbrach, wollte er aber nicht sagen. "Das behalte ich für mich dann..."