"Mein Herz brauchte länger"

Ski-Star gibt vor Olympia Rücktritt bekannt

Die Schweizerin Andrea Ellenberger hat genug! Nach schweren Verletzungen beendet sie ihre Karriere – und schlägt ein neues Kapitel auf.
Sport Heute
11.01.2026, 20:23
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Sie hat gekämpft, gehofft – doch jetzt ist fix: Die Riesentorlauf-Spezialistin Andrea Ellenberger beendet mit 32 Jahren ihre Karriere. "Danke Skirennsport – für alles. Jetzt beginnt ein neues Kapitel", schreibt sie in einem Abschiedsbrief an Wegbegleiter, Freunde und Sponsoren.

Bereits im Frühjahr deutete sich der Schritt an. Damals erklärte Ellenberger: "Fährst du noch Ski? Diese Frage bekomme ich ständig – und ich habe selbst noch keine Antwort." Jetzt ist sie gefallen. Der Grund: Ihr Körper macht einfach nicht mehr mit.

Vier Kreuzbandrisse, ein gebrochenes Bein

Im Dezember 2024 stürzte die Schweizerin im Training schwer und brach sich das rechte Bein. Bei den Untersuchungen wurde außerdem ein Kreuzbandriss im anderen Knie entdeckt – der bereits vierte ihrer Karriere, samt Meniskusschaden. Seitdem bestritt sie kein einziges Rennen mehr.

Außerdem muss sie demnächst die eingesetzten Metallteile im rechten Bein entfernen, im Zuge der Operation wird auch das linke Knie behandelt. Damit rückt auch der Traum von der Olympia-Teilnahme in weite Ferne. Eine Rückkehr in den Weltcup wäre frühestens in der übernächsten Saison realistisch gewesen.

Rücktritt aus Klarheit, nicht aus Frust

"Rational konnte ich den Gedanken an den Rücktritt schnell zulassen. Doch mein Sportlerherz brauchte länger", so Ellenberger. Sie habe sich bewusst Zeit gelassen, "um den Schritt aus innerer Klarheit zu machen – nicht aus Schmerz oder Enttäuschung". In ihrem Instagram-Posting bedankt sie sich bei allen, die sie unterstützt haben – besonders bei ihrer Familie. Der Tod ihres Vaters Manfred im Jahr 2022 hatte sie tief getroffen.

Neuer Weg bereits eingeschlagen

Ellenberger blickt auf 54 Weltcup-Starts zurück, ihre besten Ergebnisse: Zwei elfte Plätze in Sölden (2019) und am Kronplatz (2020). Ihren einzigen Weltcupsieg feierte sie im Teamevent 2022 in Courchevel. Als Ersatzfahrerin wurde sie außerdem 2019 zudem Team-Weltmeisterin.

Beruflich ist sie längst auf einem neuen Weg: Sie absolviert eine Spezialisierung in Sportpsychologie, hat bereits den Master in Psychologie. Praxis sammelt sie parallel an der Sportmittelschule Engelberg und arbeitet nebenbei als Heilpädagogin in ihrer Heimat Hergiswil.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 12.01.2026, 11:40, 11.01.2026, 20:23
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