Kälte-Rekorde in Österreich

Dauerfrost – Ist der Klimawandel Schnee von gestern?

Minus 29 Grad in Oberösterreich - doch Experten warnen: Das ändert nichts am Klimawandel, der Planet heizt sich weiter auf.
Bernd Watzka
12.01.2026, 10:52
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In Liebenau-Gugu im Mühlviertel (Oberösterreich) wurde ein neuer Kälterekord für diesen Winter aufgestellt. In der Nacht fielen die Temperaturen auf minus 29 Grad Celsius - der tiefste bisher gemessene Wert in dieser Wintersaison.

Doch nicht nur in Österreich ist das große Bibbern angesagt: Ganz Europa stöhnt unter der Kälte - und plötzlich zweifeln viele Menschen wieder am Klimawandel.

"Langfristige Entwicklung des Klimas"

"Es liegt in der Natur des Wetters, dass manche Monate kälter und manche wärmer ausfallen", erklärt Alexander Orlik, Klimatologe an der GeoSphere Austria, auf "Heute"-Anfrage. Wichtig sei daher, "nicht einen Einzelmonat zu betrachten, sondern die langfristige Entwicklung des Klimas", und die habe "einen ganz eindeutigen Trend", so Orlik.

Dezember war viel zu warm

Auch der deutsche Wetter-Experte Dominik Jung winkt ab: "Das ist nur eine Momentaufnahme." Der vergangene Dezember sei einer der wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen, betont der Meteorologe. Auch wenn der Jänner eisig startet - aufs große Ganze gesehen wird’s weltweit wärmer, nicht kälter.

"Die letzte solche Kältephase mit so viel Schnee gab's 2010 - also vor 15 Jahren. Solche Winter sind die Ausnahme", sagt Jung. Kommende Woche soll es schon wieder milder werden.

Kältephasen auch bei erwärmtem Klima

Schuld an der Kälte ist laut Experten eine Störung im Polarwirbel, die arktische Luft weit nach Süden lenkt. "Doch auch in einem 2 Grad wärmeren Klima bestehen weiterhin große Temperaturkontraste zwischen den Polarregionen und den Subtropen", sagt Peter Hoffmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

"Ausschläge nach unten und oben"

"So ein kalter Monat wie der bisherige Jänner widerspricht überhaupt nicht dem Fakt des Klimawandels", betont Andreas Walter, Klima-Experte beim Deutschen Wetterdienst (DWD). "Die Erwärmung geht nicht immer monoton nur nach oben - es wird auch immer wieder Ausschläge nach unten und nach oben geben." Dieser Jänner sei ein Ausschlag nach unten, auch wenn zum Gesamtmonat noch keine Aussagen möglich seien.

Droht jetzt eine neue Eiszeit?

Die Meteorologen stellen also klar: Einzelne kalte Wochen sagen nichts über den Klimawandel aus. Klima sei das, was sich über Jahrzehnte zeige - nicht ein frostiger Start ins Jahr. Schuld an der Kälte ist laut Experten eine Störung im Polarwirbel, die arktische Luft weit nach Süden lenkt.

Droht eine neue Eiszeit? Fehlanzeige! Laut Klimaforschern in Potsdam schiebt der Mensch mit seinem CO2-Ausstoß die nächste Eiszeit noch um rund 50.000 Jahre hinaus.

{title && {title} } bw, {title && {title} } Akt. 12.01.2026, 10:58, 12.01.2026, 10:52
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