Während bei uns Eis kratzen angesagt ist, brodelt es unter der Meeresoberfläche: Der Wärmeinhalt der Ozeane hat 2025 einen neuen Rekordwert erreicht - zum neunten Mal in Folge. Das zeigt eine neue internationale Studie unter Leitung der Chinese Academy of Sciences.
Die Forscher haben Daten bis in 2.000 Meter Tiefe analysiert. Ergebnis: Im Vergleich zu 2024 haben die Weltmeere nochmals um 23 Billiarden Megajoule mehr Wärme aufgenommen. Das macht die Ozeanerwärmung zum deutlichsten Beweis für die ungebremste Klimakrise.
"Mehr als 90 Prozent der überschüssigen Wärme aus der Erderwärmung landen im Meer", warnen die Forscher im Fachjournal "Advances in Atmospheric Sciences". Die Folge: stärkere Hurrikans, heftigere Regenfälle, Überschwemmungen und marine Hitzewellen, die Meereslebewesen massenhaft töten.
Auch der Meeresspiegel steigt - weil warmes Wasser sich ausdehnt. Die Bedrohung für Küstenregionen wächst, Milliarden Menschen sind potenziell von Überflutungen betroffen.
2025 lag die weltweite Meeresoberflächentemperatur um 0,49 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010. In Teilen des Nordwestpazifiks sogar um mehr als drei Grad. Auch Mittelmeer und Nordatlantik verzeichneten Rekordwerte - verbunden mit Versalzung, Sauerstoffmangel und Versauerung, die ganze Ökosysteme destabilisieren.
Besonders dramatisch: Die Erwärmung der Weltmeere beschleunigt sich. Zwischen 2005 und 2025 stieg der Wärmeinhalt doppelt so stark wie im Zeitraum 1960 bis 2025. Fakt ist: Solange die Emissionen nicht bei Null liegen, wird die Hitze im Meer weiter steigen - und mit ihr die Gefahr für Mensch und Natur.