Während die Welt unter den Folgen der globalen Klimakrise ächzt, dreht Donald Trump an der Uhr zurück: Der US-Präsident ordnete den Austritt der USA aus der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) an. Es sei "nicht im Interesse der USA", weiter Teil des wichtigsten globalen Klimavertrags zu bleiben.
Der Schritt reiht sich ein in Trumps bisherige Linie: Förderung fossiler Energie, Sabotage von Klimapolitik und wissenschaftsfeindliche Narrative. Erst im Dezember des Vorjahres ließ die US-Umweltschutzbehörde jede Erwähnung fossiler Brennstoffe von ihrer Webseite verschwinden - obwohl genau diese Hauptverursacher der Erderwärmung sind.
Der Rückzug aus der UNFCCC wiegt besonders schwer: Das 1992 geschlossene Abkommen mit fast 200 Staaten bildet die Grundlage für das Pariser Klimaabkommen. Es verpflichtet Industriestaaten, beim Klimaschutz voranzugehen und auch ärmeren Ländern zu helfen - mit Know-how und Geld.
Auf Trumps Ausstiegs-Liste stehen insgesamt 66 (!) internationale Organisationen, darunter der Weltklimarat IPCC, die Internationale Agentur für erneuerbare Energien und mehrere UN-Gremien. Viele von ihnen bezeichnet Trump abfällig als Teil einer "woken Agenda".
Die Reaktionen auf Trumps Ausstieg sind heftig: Klimawissenschafter und NGOs sprechen von einem "neuen Tiefpunkt". Forscherin Rachel Cleetus von der Union of Concerned Scientists warnt, Trump stelle Wissenschaft und internationale Zusammenarbeit infrage - "mit gefährlichen Folgen für Mensch und Umwelt".
Auch David Widawsky vom World Resources Institute übt scharfe Kritik: "Das ist ein strategischer Fehler. Die USA isolieren sich und verschenken wirtschaftliche Chancen." Denn während andere Länder auf grüne Jobs und Wachstum setzen, riskiere Amerika, den Anschluss zu verlieren.
Hoffnungsschimmer: Trotz Trumps Kurs setzen viele US-Bundesstaaten weiter auf Klimaschutz - und zeigen: Die Zukunft gehört nicht der Kohle, sondern der Sonne.