"Strategischer Fehler der USA"

"Neuer Tiefpunkt" – Trump kündigt UN-Klimavertrag

Mitten in der Klimakrise kündigt Trump das wichtigste Klimaabkommen der UNO - Fachleute sprechen von "neuen Tiefpunkten" und "strategischen Fehlern".
Bernd Watzka
10.01.2026, 06:48
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Während die Welt unter den Folgen der globalen Klimakrise ächzt, dreht Donald Trump an der Uhr zurück: Der US-Präsident ordnete den Austritt der USA aus der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) an. Es sei "nicht im Interesse der USA", weiter Teil des wichtigsten globalen Klimavertrags zu bleiben.

Infos über fossile Brennstoffe verschwunden

Der Schritt reiht sich ein in Trumps bisherige Linie: Förderung fossiler Energie, Sabotage von Klimapolitik und wissenschaftsfeindliche Narrative. Erst im Dezember des Vorjahres ließ die US-Umweltschutzbehörde jede Erwähnung fossiler Brennstoffe von ihrer Webseite verschwinden - obwohl genau diese Hauptverursacher der Erderwärmung sind.

Grundlage für das Pariser Klimaabkommen

Der Rückzug aus der UNFCCC wiegt besonders schwer: Das 1992 geschlossene Abkommen mit fast 200 Staaten bildet die Grundlage für das Pariser Klimaabkommen. Es verpflichtet Industriestaaten, beim Klimaschutz voranzugehen und auch ärmeren Ländern zu helfen - mit Know-how und Geld.

Trump verlässt 66 Organisationen

Auf Trumps Ausstiegs-Liste stehen insgesamt 66 (!) internationale Organisationen, darunter der Weltklimarat IPCC, die Internationale Agentur für erneuerbare Energien und mehrere UN-Gremien. Viele von ihnen bezeichnet Trump abfällig als Teil einer "woken Agenda".

"Gefährliche Folgen für Mensch und Umwelt"

Die Reaktionen auf Trumps Ausstieg sind heftig: Klimawissenschafter und NGOs sprechen von einem "neuen Tiefpunkt". Forscherin Rachel Cleetus von der Union of Concerned Scientists warnt, Trump stelle Wissenschaft und internationale Zusammenarbeit infrage - "mit gefährlichen Folgen für Mensch und Umwelt".

USA könnten Anschluss verlieren

Auch David Widawsky vom World Resources Institute übt scharfe Kritik: "Das ist ein strategischer Fehler. Die USA isolieren sich und verschenken wirtschaftliche Chancen." Denn während andere Länder auf grüne Jobs und Wachstum setzen, riskiere Amerika, den Anschluss zu verlieren.

Hoffnungsschimmer: Trotz Trumps Kurs setzen viele US-Bundesstaaten weiter auf Klimaschutz - und zeigen: Die Zukunft gehört nicht der Kohle, sondern der Sonne.

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