Mit dieser Drohung begann das Drama: Der 46-Jährige kündigte an, er werde "das Haus in die Luft sprengen". Zuvor hatte er Angehörigen Fotos und Videos von Schusswaffen geschickt und sie massiv bedroht. In der Nacht auf den 20. Jänner erstatteten die Verwandten Anzeige – wenig später rückten Spezialeinheiten zu einem Einfamilienhaus im Ortsteil Hönigtal in Kainbach bei Graz aus.
Wie "Heute" bei der Landespolizeidirektion Steiermark erfuhr, wirkte der Mann psychisch labil. Einsatzkräfte mussten von einem psychischen Ausnahmezustand ausgehen. Der 46-Jährige lebte alleine im Haus.
Laut Polizei war der Mann kein Unbekannter. Es hatte bereits zuvor einen Einsatz an seiner Wohnadresse gegeben, nachdem Angehörige aus Sorge um seinen Zustand die Behörden verständigt hatten. Ziel war es, abzuklären, ob bei dem 46-Jährigen "alles in Ordnung" sei.
Im aktuellen Einsatz eskalierte die Lage. Der Mann verbarrikadierte sich mit einer Langwaffe im Haus und verweigerte jede Kooperation. Aufgrund der wörtlichen Sprengdrohung wurden zusätzlich das Einsatzkommando Cobra, die Verhandlungsgruppe sowie Sprengstoffspürhunde hinzugezogen.
Die Polizei nahm die Ankündigung ernst: Sprengstoffhunde suchten das Umfeld ab, konkrete Hinweise auf Sprengstoff konnten bislang nicht festgestellt werden. Über Stunden versuchten Verhandler, den Mann zur Aufgabe zu bewegen – ohne Erfolg.
Im Rahmen eines geplanten Zugriffs durch Spezialkräfte dürfte der 46-Jährige laut Polizei schließlich das Feuer auf die Beamten eröffnet haben. Die Polizisten gaben Schüsse ab, der Mann wurde dabei tödlich verletzt. Trotz rascher Erstversorgung durch Rettungskräfte und Notarzt starb er noch am Einsatzort. Die Beamten blieben unverletzt.
Der genaue Ablauf des Schusswechsels ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Staatsanwaltschaft, Kriminalisten und Tatortbeamte standen bereits in der Nacht im Einsatz. Auch Sachverständige wurden bestellt. Zusätzlich hat die Ermittlungsstelle für den polizeilichen Waffengebrauch (EBM) des Innenministeriums Untersuchungen aufgenommen.