42 Kräfte löschten Feuer-Auto

Spott und Häme! Feuerwehr wegen Großeinsatz ausgelacht

Zwei Feuerwehren wurden nach einem Löscheinsatz in Knittelfeld öffentlich verspottet. Der Bereichskommandant verteidigt die aufgebotene Mann-Stärke.
Newsdesk Heute
20.01.2026, 17:44
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In der Nacht auf Donnerstag (15. Jänner) wurden die Feuerwehren Knittelfeld und Apfelberg zu einem Pkw-Brand auf einem Firmengelände alarmiert. 42 Floriani standen teils mit schwerem Atemschutz im Einsatz. Sie konnten den lichterloh lodernden Oldtimer erfolgreich ablöschen und auch die daneben gelagerten Gasflaschen in Sicherheit bringen. Gegen 4 Uhr früh rückten die Wehren wieder ein.

Auf Facebook berichteten die Feuerwehren schließlich von ihrem erfolgreichen Löscheinsatz – und ernteten dafür Spott und Häme. Besonders ein Kommentar sorgte für Verstimmung bei den Freiwilligen: "42 Feuerwehrmänner im Einsatz, für was genau, um 38 Bier kalt zu stellen?", zitiert die "Kleine Zeitung" die Zeilen, die eine emotionale Debatte entfachten. "Schade, dass die wertvolle Arbeit der Florianis öffentlich diskreditiert wird", meinte einer der Beobachter gegenüber dem Medium.

Erwin Grangl, Kommandant des Bereichsfeuerwehrverbandes Knittelfeld, lässt der Bier-Sager seufzen: "Die Leute, die so was schreiben, wissen gar nicht, was sie mit ihren Kommentaren anrichten". Der Ärger darüber sei groß: "Die Freiwilligen stehen mitten in der Nacht auf, rücken aus, sind stundenlang im Einsatz."

Doppelte Absicherung

Weil es offenbar an Verständnis für die Vorgangsweise der Feuerwehren fehlt, erklärt Grangl ausführlich, was nach einem Notruf passiert:

Die Alarmierung erfolge meist durch die professionellen Disponenten in der Landesleitzentrale. Die Feuerwehren selbst haben ein genaues Regelwerk, wie sie auf die so erhaltenen Alarmstichworte – es gibt mehr als 30 verschiedene – reagieren.

Der Bereichskommandant betont die Wichtigkeit einer doppelten Absicherung: "Ist zum Beispiel eine Person in einem Auto eingeklemmt, kommt immer eine zweite Feuerwehr mit."

Bei einem Brand werde immer ein Atemschutz-Reservetrupp angefordert. "Wenn dem Trupp in einem brennenden Haus etwas passiert, braucht es eine Rettung."

Dazu kämen die belastenden Hochtemperaturen eines größeren Feuers. "Ich kann nicht einfach eine 30-minütige Pause während des Einsatzes machen, weil keine zweite Mannschaft verfügbar ist."

"Da geht es nicht nur ums Löschen"

Bei dem Einsatz mit dem bekrittelten Großaufgebot musste demnach anfangs von einem Werkstättenbrand mit Potenzial zur Ausweitung auf benachbarte Gebäude ausgegangen werden. "Es macht schon Sinn, dass zwei Feuerwehren ausgerückt sind", sagt Grangl.

"Jeder Einzelne macht bei so einem Einsatz seinen Job, alles ist strukturiert. Da geht es nicht nur ums Löschen, nicht jede Arbeit findet an der Front statt. Du musst eine Löschleitung legen, Atemschutzflaschen füllen, die Geräte müssen danach wieder einsatzbereit gemacht werden... Das sind Arbeiten, die keiner sieht."

Intern würde über den hämischen Kommentar sicherlich noch einige Zeit geredet werden, doch will Grangl solchen "Kritiken" keine weitere Bühne geben: "95 Prozent der Poster schätzen unsere Arbeit, der Dank überwiegt. Darauf konzentrieren wir uns."

Übrigens: Bier beim Einsatz ist ein No-Go für die Feuerwehren. "Kameradschaftspflege geht auch bei Kaffee oder einem anderen antialkoholischen Getränk", fasst es der Steirer zusammen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 20.01.2026, 17:44
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