Die Steiermark ist in der ersten Kalenderwoche 2026 zum Influenza-Hotspot Österreichs geworden. Mit 915 an der echten Grippe Erkrankten liegt das "grüne Herz" sogar noch vor der Bundeshauptstadt Wien mit 899 Fällen.
"Die Influenza-Erkrankungen haben derzeit ein außergewöhnlich hohes Niveau erreicht und stellen grundsätzlich das gesamte Gesundheitssystem vor große Herausforderungen", schildert die Leitung des LKH Murtal gegenüber der "Kleinen Zeitung". Auch am Standort Knittelfeld sei die Situation "aktuell angespannt".
Die Spitäler müssen eine doppelte Belastung stemmen. Denn gleichzeitig zu der "sehr intensiven" Influenza-Welle war auch ein beträchtlicher Teil der niedergelassenen Ärzte feiertags- und urlaubsbedingt nicht im Dienst.
Die Patienten strömten deshalb in die Ambulanzen der Kliniken: "Um auf das gestiegene Patientenaufkommen reagieren zu können, wurde die Dienstmannschaft verstärkt", so Primar Michael Jagoditsch.
Es hatte dennoch unschöne Folgen: "Geplante beziehungsweise nicht dringliche Behandlungen wurden eingeschränkt, um die Versorgung akut erkrankter Personen weiterhin sicherzustellen."
Die Lage sei unter Kontrolle, heißt es. Innerhalb des Murtaler LKH-Verbundes (Judenburg, Knittelfeld und Stolzalpe) würden Versorgungsengpässe ausgeglichen. Ein genereller Aufnahmestopp müsse nicht verhängt werden.
"Das ist die stärkste Grippewelle, die wir in den letzten Jahren gesehen haben", beschreibt Robert Krause die Lage gegenüber der "Kleinen Zeitung". Laut dem Leiter der Abteilung für Infektiologie am LKH-Uniklinikum Graz ist es dramatisch.
Bisher gebe es auch noch kein Signal, dass die Grippewelle nachlasse: "Wir sind seit Wochen auf einem sehr hohen Niveau und wissen bislang nicht, wie es in den nächsten Wochen weitergehen wird", so Krause.
Die steirischen Grippe-Patienten auf Normalstation sin im Schnitt 72 Jahre alt. Auf der Intensivstation liegt das Durchschnittsalter noch einmal zehn Jahre darunter. Häufig seien es Lungenentzündungen oder Lungenversagen, weshalb Grippe-Patienten im Spital betreut werden müssten, heißt es.
"Die Krankenstandzahlen in Österreich bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau", warnt auch Dr. Andreas Krauter, Chefarzt der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). "Um sich bestmöglich zu schützen, raten wir dringend zur kostenlosen Grippeimpfung, da sie den wirksamsten Schutz vor schweren Erkrankungen bietet".
Zusätzlich sollten bewährte Schutzmaßnahmen wie gründliche Handhygiene, Rücksichtnahme bei Krankheitssymptomen und regelmäßiges Lüften konsequent eingehalten werden.
Informationen zu Impfangeboten erhalten Sie bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt sowie über die Website der Österreichischen Gesundheitskasse unter www.gesundheitskasse.at/impfstellen oder telefonisch unter 1450.
Ein entsprechender Schutz ist aktuell vor allem deshalb ratsam, weil mit dem Beginn der Schulzeit auch mit einer Zunahme der Infektionen zu rechnen ist, warnt auch MedUni-Wien-Virologin Monika Redlberger-Fritz. Trotz Rückgang der Einsendungen über die Feiertage habe man bereits einen Anstieg verzeichnet. Dabei sei jede zweite Sentinelprobe aktuell Influenza-A-positiv, so die Leiterin des nationalen Influenza-Referenzlabors.