Ein 18-jähriger Mann aus dem Bezirk Bruck-Mürzzuschlag muss sich am Mittwoch (21.01.) am Landesgericht Leoben wegen schwerer terroristischer Vorwürfe verantworten. Dem jungen Obersteirer wird unter anderem die Beteiligung an der Terrororganisation "Islamischer Staat" sowie die Recherche zu Anschlags- und Bombenplänen vorgeworfen.
Laut Ermittlungsbehörden soll sich der 18-Jährige über soziale Medien und das Internet radikalisiert und dabei wiederholt radikal-islamische Inhalte konsumiert haben. Hinweise eines ausländischen Partnerdienstes führten schließlich dazu, dass das Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) aktiv wurde. Bei seiner Rückkehr aus Nordmazedonien wurde der Mann festgenommen.
Der Angeklagte ist kein Unbekannter für die Justiz. Bereits vor zwei Jahren war er gemeinsam mit einem damals 17-jährigen Komplizen wegen Anschlagsplänen verurteilt worden. Damals soll ein Sprengstoffanschlag auf eine Schule in Bruck an der Mur geplant gewesen sein. Um dem Jugendlichen einen Lehrabschluss zu ermöglichen, wurde ein Teil der Haftstrafe aufgeschoben. Dieser Haftaufschub verfiel mit der neuerlichen Festnahme.
Seit dem Sommer verbüßt der junge Mann den unbedingten Teil der damaligen Strafe unter den verschärften Bedingungen der Untersuchungshaft, unter anderem mit überwachtem Briefverkehr. Bei einer Hausdurchsuchung wurden Handy und Laptop sichergestellt, deren Auswertung mehrere Monate dauerte. Im November erhob die Staatsanwaltschaft Leoben schließlich Anklage, berichtet die "Kleine Zeitung".
Angelastet werden dem 18-Jährigen unter anderem das Verbrechen der terroristischen Vereinigung, die Beteiligung an einer kriminellen Organisation sowie die Anleitung zur Begehung einer terroristischen Straftat. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe weitgehend. Für den Prozess sind keine Zeugen geladen.
Im Falle einer Verurteilung droht dem 18-Jährigen eine Haftstrafe zwischen einem und zehn Jahren. Der Strafrahmen ergibt sich laut Landesgericht auch aus dem Alter des Angeklagten zum Zeitpunkt der Taten.