Zwei Nigerianer sollen als Teil eines internationalen Love-Scam-Netzwerks rund 400.000 Euro ergaunert haben – diese Woche stehen sie nun vor Gericht in Korneuburg (NÖ). Die Masche: Ein Lockvogel gab sich auf Facebook als UNO-Arzt im Jemen aus, versprach den Frauen angeblich eine gemeinsame Zukunft – zuerst mussten sie ihn aus einer vermeintlichen Notlage freikaufen und Geld überweisen.
Die Opfer aus Gänserndorf (NÖ) und aus dem Innviertel (OÖ) überwiesen zwischen März und September 2025 teils immense Summen – insgesamt 397.825 Euro. Einen Teil des Geldes sollen die 26-Jährige und der 48-Jährige aus Wien persönlich abgeholt haben.
Laut Anklage nahm die Frau (26) in Wiener Neustadt (NÖ) viermal Bargeld entgegen – teils über 30.000 Euro pro Übergabe. Der 48-Jährige soll in Wien ein Paket mit 30.000 Euro Bargeld abgeholt haben. Beide Verdächtige bestreiten zum Teil die Vorwürfe, doch laut Ermittlern sprechen Handyauswertungen eine deutliche Sprache. Das Duo wird von Top-Strafverteidiger Roland Friis aus Wien vertreten.
Die 26-Jährige, die angibt, als Prostituierte 6.000 Euro monatlich zu verdienen, sitzt in U-Haft. Der Mann bezieht laut eigenen Angaben Sozialhilfe und zahlt Alimente für zwei Kinder. Die Verhandlung gegen die beiden Verdächtigen findet am Landesgericht Korneuburg statt. Die Unschuldsvermutung gilt.