Hektik im Hirn

Ist dein Geduldsfaden zu kurz? So wirst du gelassener

Deine Geduld läuft immer nur auf Sparflamme? Statt dich bei jeder Kleinigkeit aufzuregen, kannst du deine Gelassenheit gezielt trainieren.
Heute Life
22.01.2026, 07:59
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Du stehst an der Supermarkt-Kassa, vor dir zückt jemand exakt passende Münzen – und in dir beginnt es zu brodeln: Ungeduld ist nichts Neues, sie begleitet Menschen seit Jahrhunderten. Aber in unserer Welt hat sie ein neues Level erreicht: Alles soll sofort gehen. Sofort laden, sofort antworten, sofort funktionieren. Doch die Realität spielt da nicht immer mit. Und genau dort beginnt der Stress.

Warum wir so schnell die Nerven verlieren

Unsere Erwartungen sind oft schneller als das echte Leben: Wir wollen mehr schaffen, effizienter sein, überall gleichzeitig funktionieren. Doch der Zeitdruck wächst, statt kleiner zu werden. Verhaltensforscherin Cassie Mogilner Holmes der UCLA spricht im "Time"-Interview von einem allgegenwärtigen Gefühl der Zeitknappheit: Viele haben das Gefühl, nie genug Zeit zu haben. Und genau das macht ungeduldig.

Die drei Arten von Geduld

Das Problem ist nur: Geduld kommt nicht nur in einer Version daher. Die Erste ist die "Mikro-Geduld": das Aushalten kleiner Alltagsärgernisse wie Stau, Verzögerungen oder Technik-Ausfälle. Die Zweite ist Geduld in schwierigen Lebenssituationen, etwa bei chronischen Problemen oder langen Phasen, in denen Dinge mühsam vorangehen. Und die Dritte ist zwischenmenschliche Geduld – also das Ertragen von Verzögerungen durch andere: der langsame Autofahrer, der unzuverlässige Kollege oder das Kind, das ewig braucht, um sich die Schuhe anzuziehen.

Und hier kommt die gute Nachricht: Geduld kann trainiert werden – und zwar quer über alle Bereiche. Wer in einer Situation übt, wird oft auch in anderen ruhiger.

Mit diesen 4 Tipps wirst du geduldiger

1
Setz' dir realistische Erwartungen
Geduld beginnt oft nicht beim Warten – sondern schon davor: Wer sich jeden Tag vollpackt, ständig erreichbar sein will und sich selbst permanent antreibt, ist schneller gereizt. Ein einfacher Schritt: Plane Verzögerungen fix ein.
2
Denk um – statt sofort zu urteilen
Ungeduld ist oft ein Reflex: Du bewertest eine Situation in Sekunden – und dein Körper fährt hoch. Schnitker empfiehlt einen Perspektivwechsel über Empathie. Wenn jemand vor dir langsam fährt, könntest du dir bewusst alternative Erklärungen denken, wie "Vielleicht ist die Person unsicher, älter oder gerade auf dem Weg zum Arzt."
3
Sei achtsamer
Geduld hat viel mit Emotionsregulation zu tun – und genau da kann Achtsamkeit helfen: Meditation ist zwar ein Klassiker, aber es muss nicht gleich der Lotussitz sein. Ein Spaziergang, eine Mahlzeit ohne Handy oder ein paar Minuten bewusstes Atmen können reichen, um aus dem Stressmodus herauszukommen.
4
Flow statt Grübeleien
Ein "Flow"-Zustand, also tiefe Konzentration, kann Wartezeiten deutlich erträglicher machen. Das kann alles sein, was dich wirklich packt: ein Projekt, Sport, Musik, Lesen oder etwas Kreatives. Hauptsache, du bist so drin, dass die Uhr leiser wird.

Wann Ungeduld sogar sinnvoll ist

Ungeduld ist nicht immer nur schlecht. Manchmal ist sie ein Warnsignal – ein innerer "Stopp", das zeigt, dass etwas nicht passt. Vielleicht ist es ein Ziel, das dich nur noch auslaugt. Ein Alltag, der dich ständig überfordert. Oder eine Situation, in der du eigentlich längst eine Grenze ziehen solltest. Geduld heißt nicht, alles still auszuhalten. Geduld heißt, bewusst zu entscheiden, wann es sich lohnt, dranzubleiben – und wann es Zeit ist, etwas zu verändern.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 22.01.2026, 11:38, 22.01.2026, 07:59
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