Weltknuddeltag am 21. Jänner

Das passiert, wenn du zu wenig kuschelst

Wer zu wenig körperliche Nähe erlebt, spürt die Folgen oft schneller als gedacht – im Stresslevel, in der Stimmung und sogar in der Gesundheit.
Heute Life
21.01.2026, 22:51
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Am internationalen Weltknuddeltag lohnt sich ein Blick auf etwas, das im Alltag oft unterschätzt wird: körperliche Nähe. Umarmungen, Kuscheln und Berührungen gelten vielen als nebensächlich oder sogar verzichtbar. Deshalb soll der "World Hugging Day" am 21. Jänner ins Bewusstsein rufen, dass Zärtlichkeit, Gefühle und Berührungen wichtig sind.

Schließlich zeigen Wissenschaft und Psychologie seit Jahren, wie tiefgreifend sich ein Mangel an Nähe auf Körper und Seele auswirkt.

Stress, Schlafprobleme, Krankheiten

Der menschliche Körper reagiert auf Berührung mit der Ausschüttung von Oxytocin, einem Hormon, das beruhigend wirkt und ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Bleibt diese hormonelle Reaktion aus, dominiert das Stresshormon Cortisol. Das kann dazu führen, dass Menschen sich schneller gereizt fühlen, schlechter abschalten können und dauerhaft innerlich angespannt sind, selbst wenn der Alltag objektiv gar nicht besonders belastend erscheint.

Auch das Immunsystem leidet unter fehlender Nähe. Körperliche Berührung signalisiert dem Organismus Geborgenheit und Stabilität, was entzündungshemmende Prozesse unterstützt. Fehlt dieses Signal über längere Zeit, kann der Körper anfälliger für Infekte werden und sich langsamer erholen. Nähe wirkt damit wie ein natürlicher Schutzfaktor, den viele im hektischen Alltag verlieren.

Sogar der Schlaf reagiert sensibel auf fehlende Berührung. Nähe vermittelt dem Nervensystem Sicherheit, ein Zustand, der wichtig ist, um zur Ruhe zu kommen. Menschen ohne regelmäßige körperliche Nähe berichten häufiger von Einschlafproblemen, unruhigen Nächten oder dem Gefühl, morgens nicht erholt zu sein. Der Körper bleibt gewissermaßen in Alarmbereitschaft.

1
Das Stresslevel steigt
Beim Kuscheln schüttet der Körper Oxytocin aus – auch bekannt als "Bindungs-" oder "Kuschelhormon". Oxytocin senkt den Cortisolspiegel, also das Stresshormon. Fehlt diese regelmäßige Dosis Nähe, bleibt Cortisol länger erhöht. Die Folge: innere Unruhe, schnelleres Gereiztsein, schlechtere Stressbewältigung.
2
Schwaches Immunsystem
Studien zeigen, dass regelmäßige Umarmungen tatsächlich das Immunsystem stärken und entzündungshemmende Prozesse im Körper unterstützen. Zu wenig Kuscheln kann dagegen bedeuten: höhere Anfälligkeit für Erkältungen, langsamere Regeneration, mehr körperliche Erschöpfung.
3
Einsamkeitsgefühl
Einsamkeit hat nicht nur mit der Anzahl sozialer Kontakte zu tun, sondern mit ihrer Qualität. Man kann täglich mit Menschen sprechen und sich trotzdem isoliert fühlen. Körperliche Nähe vertieft emotionale Bindungen – fehlt sie, bleiben Beziehungen oft auf Distanz. Typische Anzeichen: das Gefühl, "nicht richtig verbunden" zu sein emotionale Leere Rückzug, obwohl man sich Nähe wünscht.
4
Schlechte Stimmung
Kuscheln fördert neben Oxytocin auch Serotonin und Dopamin – Botenstoffe, die für gute Laune, Motivation und emotionale Stabilität sorgen. Ohne diese Impulse kann sich das bemerkbar machen durch: gedrückte Stimmung, mehr Grübeln, geringere emotionale Belastbarkeit. Langfristig kann ein Mangel an Nähe sogar depressive Verstimmungen begünstigen.
5
Unruhiger Schlaf
Viele Menschen schlafen besser, wenn sie sich geborgen fühlen – sei es durch einen Partner, ein Haustier oder sogar durch bewusste Selbstberührung (z. B. eine Hand auf dem Bauch). Nähe signalisiert dem Nervensystem: Du bist sicher. Fehlt dieses Signal, kann das zu: Einschlafproblemen, unruhigem Schlaf, nächtlichem Aufwachen führen.
6
Die Selbstwahrnehmung verändert sich
Berührung ist eine Form nonverbaler Bestätigung. Sie sagt: Du bist willkommen. Du bist okay. Wenn diese Rückmeldung fehlt, zweifeln Menschen häufiger an sich selbst. Mögliche Folgen: geringeres Selbstwertgefühl, stärkere Selbstkritik, das Gefühl, "nicht genug" zu sein. Gerade Kinder und Jugendliche reagieren besonders sensibel auf Berührungsmangel – aber auch Erwachsene sind davon nicht ausgenommen.

Diffuse Leere

Ein weiterer Effekt zeigt sich auf emotionaler Ebene. Menschen, die wenig körperliche Nähe erleben, fühlen sich häufiger einsam – selbst dann, wenn sie von anderen umgeben sind. Gespräche und digitale Kontakte können Berührung nicht vollständig ersetzen. Nähe vertieft Bindungen und schafft ein Gefühl von Verbundenheit, das rein verbal oft nicht entsteht. Ohne diese Erfahrung bleibt bei vielen eine diffuse Leere zurück, die sich nur schwer benennen lässt.

Auch die Stimmung kann spürbar kippen. Beim Kuscheln werden neben Oxytocin weitere Botenstoffe freigesetzt, die für emotionale Stabilität und Wohlbefinden sorgen. Fehlen diese Impulse, sinkt die Belastbarkeit. Grübeln nimmt zu, die Laune ist gedrückter, kleine Rückschläge werden als schwerer empfunden. Auf lange Sicht kann ein Mangel an Nähe depressive Verstimmungen begünstigen.

Grundlegendes Bedürfnis

Der Weltknuddeltag erinnert daran, dass Nähe kein Luxus ist und keine Nebensache. Sie ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis, das sich nicht vollständig durch Worte oder Bildschirme ersetzen lässt. Eine Umarmung mag klein erscheinen, doch ihre Wirkung reicht tief – und manchmal ist sie genau das, was Körper und Seele brauchen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 21.01.2026, 22:51
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