Sextoys sind längst kein Nischenprodukt mehr, doch nicht alle der beliebten Intimartikel sind offenbar unbedenklich. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat gemeinsam mit der deutschen Stiftung Warentest 18 in Österreich erhältliche Produkte – genauer gesagt 11 Dildos und Vibratoren, 4 Masturbatoren sowie 3 Analplugs in einem Preisbereich von 20 bis 209 Euro – umfassend geprüft und erhebliche Mängel festgestellt.
Im Fokus der Untersuchung standen nicht nur klassische Qualitätskriterien wie Verarbeitung und Schadstoffgehalt, sondern auch der Umgang mit personenbezogenen Daten bei App-gesteuerten Sextoys. Dabei zeigte sich: Drei der getesteten Modelle senden sensible Daten wie Nutzungsstatistiken und User- und Geräte-IDs an die Hersteller - darunter der Masturbator "Lelo" sowie jener von "Svakom".
Besonders kritisch bewertet wurde die App des "Lovense Lush 4"-Vibrators, die Daten sogar an den KI-Dienst ChatGPT übermittelt. Diese Produkte erhielten im Test die Bewertung "nicht zufriedenstellend". Der VKI empfiehlt, sie möglichst ohne die begleitenden Apps zu verwenden.
Auch in puncto Gesundheit gibt es Anlass zur Kritik: Zwei der getesteten Sextoys – ein Dildo von "Pipedream" und ein Masturbator von "Fleshlight" – enthielten die Chemikalie Nonylphenol. Zwar lag der Gehalt unter dem EU-Grenzwert, doch können wiederholter Kontakt und regelmäßige Nutzung nach Einschätzung der VKI-Experten den Hormonhaushalt beeinflussen und damit potenziell fortpflanzungsschädigend wirken.
Insgesamt stuft der VKI fünf der 18 geprüften Lovetoys als nicht bedenkenlos nutzbar ein – sei es aufgrund datenschutzrechtlicher Risiken oder bedenklicher Inhaltsstoffe. Verbrauchern empfiehlt der Konsumentenschutzverein, bei der Auswahl solcher Produkte kritisch zu prüfen, ob Geräte mit App-Anbindung wirklich nötig sind, und im Zweifel auf Modelle ohne Datenübertragung zurückzugreifen.