Österreichs Gesundheitssystem ist in der Krise. Vor allem die langen Wartezeiten auf Arzttermine belasten viele Patienten. Wer einen Termin bei einem Kassenarzt braucht, muss nicht selten mehrere Wochen, teils sogar über einen Monat, warten.
Damit soll nun Schluss sein. Mit Jahresbeginn wurde der Gesundheitsreformfonds ins Leben gerufen, der als Schub für das öffentliche System gilt. Für einen Zeitraum von fünf Jahren stehen jährlich rund 500 Millionen Euro zur Verfügung – "Heute" berichtete.
Am Montag legte SPÖ-Klubobmann Philip Kucher die konkreten Pläne der Sozialdemokraten zur Reform des Gesundheitssystems dar. "Die SPÖ verschreibt sich dem Pakt gegen Zwei-Klassen-Medizin", sagte er im Ö1-Mittagsjournal. Alle Menschen in Österreich müssten die beste Gesundheitsversorgung bekommen. Der Klubchef sprach sich zudem für mehr Kassenstellen und Primärversorgungszentrum und einen "fairen Beitrag von Wahlärzten" aus.
Konkret forderte er: "Wenn es Mängel wie heute und zu lange, monatelange Wartezeiten gibt, sollen Wahlärzte in Zukunft einen gewissen Teil an Kassenpatienten betreuen müssen."
Der Klubchef nahm zudem eine klare Position zum Sturz des venezolanischen Diktators, Nicolás Maduro, ein: "Wenn man auf der Seite des Völkerrechts steht, muss man das auch konsequent durchziehen. Das war klar völkerrechtswidrig. Auch, wenn es um einen Despoten wie Maduro geht." Man hätte sich jedenfalls einen anderen Start ins neue Jahr gewünscht, so Kucher. Nachsatz: "Wir leben wirklich in einer ziemlich beschissenen Zeit."