US-Präsident Donald Trump wehrt sich erneut gegen Spekulationen über seinen Gesundheitszustand und gibt sich betont gelassen. In einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem "Wall Street Journal" betonte der 79-Jährige: "Meine Gesundheit ist perfekt".
Seit Monaten wird in den USA immer wieder über Trumps Fitness für das Amt diskutiert. Auslöser waren unter anderem wiederholt sichtbare Blutergüsse an seiner rechten Hand, die teilweise auch mit starker Schminke oder Pflastern verdeckt waren, sowie auffällig geschwollene Knöchel. Zudem war Trump bei öffentlichen Terminen vor laufenden Kameras mit zufallenden Augenlidern zu sehen.
Die auffälligen Stellen an der Hand erklärte Trump nun mit einem Medikament: Er nehme täglich Aspirin zur Blutverdünnung. "Man sagt, Aspirin sei gut, um das Blut zu verdünnen, und ich möchte kein dickes Blut haben, ich will schönes, dünnes Blut, das durch mein Herz fließt", erklärte er dem "Wall Street Journal".
Trump sagte zudem, er nehme eine höhere Aspirin-Dosis, als ihm seine Ärzte raten. Senken wolle er sie dennoch nicht – er nehme das Mittel seit 25 Jahren und sei dabei "ein bisschen abergläubisch". Laut seines Leibarztes Sean Barbabella, nehme Trump täglich 325 Milligramm Aspirin ein.
Seine Sprecherin Karoline Leavitt hatte bereits im Juli Aspirin als Ursache der Blutergüsse genannt. Damals sprach sie außerdem von Reizungen "durch häufiges Händeschütteln". Gleichzeitig erklärte Leavitt, Trump leide an einer chronischen Venenschwäche – laut ihr eine gutartige und häufige Erkrankung bei Menschen über 70 Jahren.
Auch den Vorwurf, in der Öffentlichkeit einzunicken, wies er zurück. "Ich war nie ein großer Schläfer", sagte Trump. Wenn es so wirke, als würde er dösen, entspanne er sich lediglich. "Ich mache einfach zu", erklärte er – offenbar bezogen auf seine Augen. "Das ist für mich sehr entspannend."
In der Vergangenheit hatte Trump seinen Amtsvorgänger Joe Biden regelmäßig als "Sleepy Joe" bezeichnet und sich selbst als besonders vital dargestellt. Biden war Anfang des Jahres im Alter von 82 Jahren aus dem Amt geschieden. Sollte Trump seine volle Amtszeit absolvieren, würde er Biden überholen und selbst zum ältesten US-Präsidenten werden.
Zusätzliche Fragen hatte zuletzt auch Trumps Bericht über eine Untersuchung im Oktober ausgelöst: Er hatte damals von einer Magnetresonanztomographie (MRT) gesprochen, korrigierte dies nun aber – es habe sich um eine Computertomographie (CT) gehandelt. Barbabella bestätigte, dass eine CT durchgeführt wurde. Ziel sei gewesen, "irgendwelche Herz-Kreislauf-Probleme definitiv auszuschließen".