Winter-Blues, schlechtes Wetter, der Alltagstrott hat sich nach Weihnachten wieder eingeschlichen. All das macht den dritten Montag im Jänner zum "traurigsten Tag des Jahres" oder auch zum "Blue Monday". Expertin Claudia Turecek weiß, was es damit auf sich hat.
"Im Dezember ist einiges los – Weihnachten, Familienfeiern. Im Jänner hat man dann weniger soziale Kontakte", erklärt die psychosoziale Beraterin Claudia Turecek bei "Mavie". Bei vielen führen banale Faktoren wie diese dazu, dass man sich im Jänner einsam und traurig fühlt.
"Neujahrsvorsätze scheitern, man hat ein schlechtes Gewissen wegen der Weihnachtszeit – all das führt zum "Blue Monday"", so die Expertin. Wichtig zu sagen ist jedoch: Es gibt keine wissenschaftliche Grundlage für diesen "traurigsten Tag des Jahres" – trotzdem erleben ihn viele Menschen Jahr für Jahr aufs Neue als besonders deprimierend.
Um bestmöglich mit dem "Blue Monday" umzugehen, ist es Turecek wichtig zu betonen: "Vermeidung ist nicht der richtige Weg." Es sei absolut in Ordnung, sich in der kalten Jahreszeit zu Hause einzuigeln, Serien zu schauen und seinen Emotionen freien Lauf zu lassen. "Die Natur schläft im Winter auch, das ist bei uns nicht anders", so die psychosoziale Beraterin. Man müsse einfach achtsam mit sich umgehen, seine Gefühle normalisieren und – besonders wichtig – Routinen in den Alltag einbauen.
"Wenn man Stimmungstiefs bemerkt, ist es besonders hilfreich, Struktur in den Alltag zu bringen", heißt es. Ein Videocall mit Freunden, wenn man sich einsam fühlt, ein Spaziergang an der frischen Luft, wenn einem die Decke auf den Kopf fällt – all das kann helfen, den Winter-Blues zu überstehen. "Wenn diese Zustände jedoch zu lange andauern, sollte man sich professionelle Hilfe suchen", betont Turecek eindringlich. "Man darf sich keinesfalls verurteilen und sollte es als Chance sehen, den Winter positiv zu gestalten – auch langsamer zu werden kann hilfreich sein."