Mega-Grippewelle

"Noch nicht zu spät"! Arzt warnt vor "Superinfektionen"

Die intensive Grippewelle wird zur Belastungsprobe für die steirischen Spitäler. Viele Betroffene sind "wirklich sehr krank", sagt ein Hausarzt.
Newsdesk Heute
09.01.2026, 07:44
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Die massive Grippewelle hat die Steiermark fest in ihrem Griff. Laut den Daten der Gesundheitskasse ÖGK hatten sich in der ersten Kalenderwoche des neuen Jahres 25.856 Steirer krankgemeldet, bei 915 Menschen wurde die echte Grippe nachgewiesen.

Das ist der Influenza-Spitzenwert Österreichs. Das "grüne Herz" liegt damit noch vor der Bundeshauptstadt Wien (899 Fällen). Robert Krause, Leiter der Infektiologie am LKH-Uniklinikum Graz, spricht von der "stärksten Grippewelle" der letzten Jahre. Seit Mitte Dezember laufen die Leitungen der Gesundheitshotline 1450 heiß. Es gibt dreimal mehr Anrufe als gewöhnlich.

Die Influenza-Fälle sind auch über die Ferien gestiegen.
Österreichische Gesundheitskasse

Der über die Feiertage urlaubsbedingte Mangel an niedergelassenen Ärzten hat einen Ansturm auf die Spitalsambulanzen zur Folge. Das "außergewöhnlich hohe Niveau" der Influenza-Erkrankungen stelle "das gesamte Gesundheitssystem vor große Herausforderungen", schildert die Leitung des LKH Murtal gegenüber der "Kleinen Zeitung".

Die Lage am Standort Knittelfeld sei "aktuell angespannt", aber "unter Kontrolle". Dennoch müssen geplante bzw. nicht dringliche Behandlungen eingeschränkt werden, um die Versorgung der Akutpatienten sicherzustellen.

"Betroffene sind wirklich sehr krank"

Die inzwischen wieder zahlreicher ordinierenden Hausärzte sind ebenfalls ausgelastet. "Influenza, Influenza, Influenza", antwortete die Grazer Allgemeinmedizinerin Tina Hütter-Klepp auf Nachfrage der "Kleinen Zeitung" zum aktuellen Patientenaufkommen.

Auch bei Alexander Moussa, Hausarzt in Hartberg, ist "extrem viel los". Viele seiner Patienten mit Influenza klagen über Magen-Darm-Symptome und die typischen Symptome hohes Fieber sowie starke Kopf- und Muskelschmerzen.

Informationen zu Impfangeboten erhalten Sie bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt sowie über die Website der Österreichischen Gesundheitskasse unter www.gesundheitskasse.at/impfstellen oder telefonisch unter 1450.

"Die Betroffenen sind wirklich sehr krank", berichtet sein Kollegen im oststeirischen Birkfeld, Michael Adomeit über diese heftige Grippewelle. Dazu kämen noch sogenannte "Superinfektionen". Ein Beispiel dafür wäre etwa eine bakterielle Lungenentzündung, die zu einer Influenza-Erkrankung dazukommen kann.

Adomeit appelliert an die Bevölkerung: "Es gibt noch Impfstoffe, es ist noch nicht zu spät für die Impfung!"

ÖGK rät zu kostenloser Impfung

"Die Krankenstandzahlen in Österreich bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau", warnt auch Dr. Andreas Krauter, Chefarzt der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). "Um sich bestmöglich zu schützen, raten wir dringend zur kostenlosen Grippeimpfung, da sie den wirksamsten Schutz vor schweren Erkrankungen bietet".

Zusätzlich sollten bewährte Schutzmaßnahmen wie gründliche Handhygiene, Rücksichtnahme bei Krankheitssymptomen und regelmäßiges Lüften konsequent eingehalten werden.

Ein entsprechender Schutz ist aktuell vor allem deshalb ratsam, weil mit dem Beginn der Schulzeit auch mit einer Zunahme der Infektionen zu rechnen ist, warnt auch MedUni-Wien-Virologin Monika Redlberger-Fritz. Trotz Rückgang der Einsendungen über die Feiertage habe man einen Anstieg verzeichnet. Dabei sei jede zweite Probe aktuell Influenza-A-positiv.

{title && {title} } red, {title && {title} } 09.01.2026, 07:44
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