Unternehmer vor Ort leiden

Kein Budget – Hermesvilla muss auf Sanierung warten

Seit Monaten steckt die Hermesvilla im Gerüst – doch gebaut wird nicht. Die dringend nötige Sanierung ist vorerst gestoppt, weil das Geld fehlt.
Wien Heute
18.01.2026, 16:31
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Sie liegt da wie eingeschlafen: Die berühmte Hermesvilla im Lainzer Tiergarten ist seit Monaten komplett eingerüstet. Eigentlich sollte das historische Schmuckstück längst aufgehübscht werden – doch jetzt heißt es warten. Der Grund: Die geplante Fassadensanierung ist schlicht zu teuer. Leidtragende sind nicht nur Besucher, sondern vor allem ein Unternehmer vor Ort, wie der ORF Wien berichtet.

Schon seit Jahren wird über eine Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes diskutiert. Anfang 2025 fiel endlich der offizielle Beschluss, der Start war für den Herbst geplant. Doch kurz vor Jahresende kam die kalte Dusche: Die zuständige MA 49 verschob das Projekt auf unbestimmte Zeit. Das nötige Geld fehlt.

Millionenprojekt auf Eis

Laut Stadt ist der Zustand der Fassade stellenweise kritisch. Eine Restaurierung nach den Vorgaben des Bundesdenkmalamts würde mehrere Millionen Euro verschlingen. Mittel, die aktuell nicht verfügbar sind. Aus dem Rathaus heißt es dazu wörtlich: "Eine Sanierung der Hermesvilla muss aus budgetären Gründen derzeit noch warten, selbstverständlich tragen wir dafür Sorge, dass der bauliche Zustand zu keiner Gefährdung führt."

Wann es tatsächlich losgehen kann, weiß derzeit niemand. Klar ist nur: Das Gerüst bleibt – aus Sicherheitsgründen.

Restaurantbetreiber verzweifelt

Besonders hart trifft die Verzögerung Gastronom Michael Ramssl, der direkt in der Hermesvilla ein Restaurant betreibt. Das Gerüst ist Dauer-Thema bei seinen Gästen. Viele fragen regelmäßig nach, wie es weitergeht. Seine Antwort bleibt immer dieselbe. "Die sind sogar teils ein- bis zweimal pro Woche hier und fragen, wie es läuft. Und ich sag immer: Es tut mir leid, ich kann nicht mehr sagen, als dass wir alle zuwarten müssen," erzählt er im ORF-Interview.

Das Gerüst wurde bereits im Februar des Vorjahres errichtet – und hat massive wirtschaftliche Folgen. Hochzeiten und Feiern bleiben aus, Absagen häufen sich. Ramssl rechnet vor: "Ich hatte alleine 2025 14 Absagen dadurch. Normalerweise haben wir im Jahr so im Schnitt 35 bis 40 Hochzeiten. Das heißt, hier schon mal mindestens 30 bis 35 Prozent weniger. Die Brautpaare, die abgesagt haben, wollten natürlich Anzahlungen zurück, haben Rechtsanwaltsbriefe geschickt, haben mich sogar geklagt. Obwohl ich eigentlich gar nichts dafür kann. Also diesen Stress hätte ich mir gerne erspart."

Zwar wurde die Pacht etwas gesenkt, doch das reiche bei Weitem nicht aus, um die Einbußen aufzufangen.

Weniger Gäste auch im Museum

Auch das Wien Museum, das in der Hermesvilla eine Außenstelle betreibt, spürt die Folgen: 2025 kamen weniger Besucher als im Jahr davor. Während der Mietvertrag für das Gerüst bereits verlängert wurde, fehlt weiterhin ein fixer Termin für den Baustart.

{title && {title} } red, {title && {title} } 18.01.2026, 16:31
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