"Nächster Halt: Lina-Loos-Platz", heißt es ab Montag, 19. Jänner, auf der Linie U2 Richtung Seestadt. Zwischen den Stationen Aspernstraße und Hausfeldstraße wird zum ersten Mal die neue Station angefahren. Wobei neu hier das falsche Wort ist. Denn es handelt sich um eine alte "Geister-Station".
>>> Im Video: Verkehrsstadträtin Ulli Sima zur neuen U2-Station
Die Station wurde bereits ab 2013 errichtet – im Zuge des U2-(Trassen-)Ausbaus Richtung Seestadt – zuerst im Rohbau, ab 2021 erhielt sie dann den "Feinschliff" mit Mittelbahnsteig, Stiegenaufgängen, zwei Aufzügen und zwei Fahrrad-Garagen.
Bisher wurde die Station allerdings nur durchfahren, nun wird dort auch Halt gemacht. Damit wächst das Streckennetz der U2 auf 21 Stationen, im gesamten Wiener U-Bahn-Netz gibt es dann 110 Stationen.
Die Station wurde bereits im Vorfeld angelegt, da das dortige Stadtentwicklungsgebiet "Oberes Hausfeld" rund 26 Hektar groß ist und dort in den kommenden Jahren etwa 3.700 Wohnungen entstehen werden. Insgesamt soll das Gebiet dann rund 8.000 Bewohner umfassen.
"Das Stadtentwicklungsgebiet kommt jetzt schon langsam in die Endphase, die erste Besiedelung beginnt in den nächsten Monaten. Da wollten wir rechtzeitig vorbereitet sein", erklärt Planungs-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ).
Zusätzlich sind Bildungs- und Freizeiteinrichtungen sowie ab 2027 eine 1.800 Quadratmeter große Grünfläche direkt am Vorplatz bei der neuen U-Bahn-Station geplant: "Getreu unserem Motto 'Raus aus dem Asphalt' werden wir 50 neue Bäume pflanzen. Es wird auch ein großes Wasserspiel geben, damit das wirklich ein schöner Vorplatz wird", verspricht Sima.
Mit dem Namen der Station und des Platzes will man laut Alexandra Reinagl, Geschäftsführerin der Wiener Linien, auch die "Sichtbarkeit von Frauen im öffentlichen Raum" stärken. Lina Loos (1882 – 1950) war von 1902 bis 1905 mit dem Architekten Adolf Loos verheiratet. Nach der Scheidung machte sie als Schauspielerin und Schriftstellerin Karriere .
Zudem war sie eine Pionierin in Sachen Frauenrechte. Loos war Mitglied im Bund demokratischer Frauen und im Österreichischen Friedensrat. Neben ihrem Einsatz für Frauenrechte machte sie sich auch für Frieden, Abrüstung und gegen Neofaschismus stark.