Sie tauchen nachts auf, beschmieren Züge oder Stationen, verschwinden schnell und bleiben meist unentdeckt. Für die Wiener Linien stellen Graffiti-Sprayer ein enormes Problem dar, die Schäden für Reinigung und Co. sorgen jedes Jahr für riesige Ausgaben.
Gerade erst trat der seltene Fall ein, dass einer der Sprayer gefasst wurde. In der U-Bahn-Station in Wien Hütteldorf wurde der Täter von Fahrgästen beobachtet und festgehalten, bis die Polizei eintraf – wir berichteten. Es folgte eine Anzeige wegen Sachbeschädigung – die übliche Vorgehensweise. Wie der "Kurier" berichtet, würden die Wiener Linien beim Thema Graffiti eine Null-Toleranz-Politik fahren. Jeder Fall würde ausnahmslos zur Anzeige gebracht, der Schaden würde in Rechnung gestellt.
Auch vor Gericht seien einige Delikte bereits behandelt worden – und das erfolgreich für die Wiener Linien. Die Strafen reichen im Falle einer Verurteilung von Haft bis Schadenersatz. In der Vergangenheit reichten die Verurteilungen von drei bis zu 18 Monaten Haft, berichtet die Wiener-Linien-Sprecherin gegenüber dem "Kurier".
Nicht nur die Reinigung beschmutzter Garnituren ist aufwendig, auch die Kosten sind hoch. Der Gesamtschaden bewege sich pro Jahr zwischen zwei und drei Millionen Euro. Jeder besprühte Zug muss eingezogen und gesäubert werden. Doch auch die Überstellungsfahrten, die Reservehaltungs- bzw. Personalmehrkosten sorgen dafür, dass die Kosten in die Höhe schießen. Das Schlimmste: In dieser Rechnung wurden bloß die Summen für die U-Bahn-Reinigungen beachtet. Busse, Straßenbahnen und U-Bahn-Tunnel kommen (wenn auch seltener) noch hinzu.
Um Graffiti-Sprayer abzuschrecken, investieren die Wiener Linien vermehrt in ihren Objektschutz und setzen auf Technologie und Personaleinsatz. Auch der Austausch mit anderen internationalen Verkehrsbetrieben und die Zusammenarbeit mit der Polizei sollen helfen.