Jeder kennt das: Ein Pickel taucht genau dann auf, wenn man ihn am wenigsten braucht. Der erste Impuls ist, ihn schnell auszudrücken. Doch genau das kann im schlimmsten Fall sogar lebensgefährlich werden – vor allem in einer bestimmten Zone im Gesicht.
Im Gesicht gibt es einen Bereich, den Hautärzte als "Todesdreieck" bezeichnen. Gemeint ist die Zone zwischen Nase und Mundwinkeln. Dort verlaufen Blutgefäße, die direkt mit den Hirnvenen verbunden sind. Das betrifft übrigens auch die Stirn.
Wie chip.de unter Berufung auf die Apotheken Umschau berichtet, warnt die Erlanger Oberärztin Dr. Petra Wörl eindringlich: "Hintergrund ist die besondere anatomische Gefäßversorgung in diesem imaginären 'Dreieck' im Gesicht." Werden Pickel in dieser Zone unsachgemäß ausgedrückt, können Bakterien über die Blutbahnen ins Gehirn verschleppt werden.
Die möglichen Folgen sind dramatisch: von gefährlichen Blutgerinnseln in den Hirngefäßen bis hin zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung. "Dies sind hochakute lebensbedrohliche Komplikationen", warnt Wörl.
Aber auch abseits des Todesdreiecks ist das Ausdrücken von Pickeln keine gute Idee. Durch den Druck gelangt Eiter oft tiefer ins Gewebe, Bakterien breiten sich aus und die Entzündung verschlimmert sich. Dazu steigt das Risiko für dauerhafte Narben.
Wer einen Pickel zwischen Nase und Mund entdeckt, sollte unbedingt die Finger davon lassen. Sanfte Reinigung mit einem milden Mittel, antibakterielle Cremes und kühle Tücher gegen die Schwellung helfen deutlich besser als das Drücken.
Bildet sich ein besonders schmerzhafter oder tiefer Pickel, ist der Gang zum Hautarzt ratsam. Spätestens bei Fieber, starker Rötung oder Schwellung im Gesicht sollte man sofort ärztliche Hilfe suchen.