Der Urlaub ist gebucht, die Vorfreude steigt. Sonnencreme, Lieblingsoutfits und Reisedokumente sind längst gepackt. Was dabei kaum jemand bedenkt: Die Haut reist mit – und gerät schon im Flugzeug unter Stress. Denn während wir entspannt aus dem Fenster schauen oder uns auf den nächsten Städtetrip freuen, kämpft unsere Haut in mehreren tausend Metern Höhe mit Bedingungen, die alles andere als gewöhnlich sind.
Fliegen bedeutet für den Körper Ausnahmezustand. In rund 9.000 Metern Höhe herrschen Bedingungen, die wir vom Alltag nicht kennen. Besonders die Haut reagiert sensibel darauf.
Eine Analyse der Beauty-Plattform Fresha zeigt: Nicht nur lange Flugreisen belasten die Haut, auch der Sitzplatz kann eine entscheidende Rolle spielen. Gleichzeitig macht eine internationale Studie deutlich, wie intensiv die Belastung sein kann: Eine Stunde Flug kann in Bezug auf UVA-Strahlung etwa 20 Minuten im Solarium entsprechen.
Dazu kommt die extrem trockene Luft in der Kabine. Die Luftfeuchtigkeit sinkt häufig auf unter 20 Prozent – ein Wert, der sogar unter dem vieler Wüstenregionen liegt. Die Folge: Die Haut verliert schneller Feuchtigkeit, spannt und wird anfälliger für Reizungen.
Besonders kritisch sind laut Analyse die begehrten Fensterplätze: "Fensterplätze sind stärkerer UV-Strahlung ausgesetzt, selbst an bewölkten Tagen. In großer Höhe sind wir der Sonne näher, und das Licht wird zusätzlich von den Wolken reflektiert. Das begünstigt Austrocknung", erklärt Beauty-Expertin Danielle Louise in der Fresha-App.
Auch die Umgebung spielt eine Rolle: Kühlere Temperaturen an der Flugzeugwand und eine geringere Luftzirkulation können die Haut zusätzlich belasten. Selbst Nachtflüge bieten keinen vollständigen Schutz vor diesen Effekten.
Besser schneiden Gangplätze ab, vor allem im mittleren Bereich der Kabine: Hier ist die Luftzirkulation stabiler, außerdem ermöglicht mehr Bewegungsfreiheit eine bessere Durchblutung – ein Pluspunkt für die Haut.
Auch die Position im Flugzeug ist entscheidend: Die vorderen und hinteren Sitzreihen sind stärkeren Schwankungen bei Temperatur, Druck und Luftfeuchtigkeit ausgesetzt, besonders bei Start und Landung. Überraschend: Plätze über den Tragflächen gelten als vergleichsweise stabil und damit hautfreundlicher.
Weniger vorteilhaft sind dagegen sogenannte "Bulkhead"-Sitze an Trennwänden: Sie bieten zwar mehr Platz, sind aber oft direktem Luftstrom ausgesetzt – was die Haut zusätzlich austrocknen kann.
Die gute Nachricht: Mit einfachen Maßnahmen lässt sich die Haut schützen. Im "Die Niederösterreicherin"-Interview empfiehlt Hautarzt Nikolaus Duschek vor allem eines – Feuchtigkeit.
Der Mythos, dass man im Flieger auf Feuchtigkeitscreme verzichten sollte, sei falsch: "Im Gegenteil: Man sollte gerade im Flugzeug unbedingt Feuchtigkeitscreme auftragen, und zwar ruhig mehrfach auf langen Flügen", betont der Arzt. Auch Sonnenschutz ist bei Tagesflügen wichtig: Gleichzeitig sollte man auf aggressive Wirkstoffe wie Retinol oder Fruchtsäuren verzichten, da sie die Haut zusätzlich reizen können.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Flüssigkeitszufuhr. Als Faustregel gilt etwa ein Glas Wasser pro Flugstunde: Wenn die Luftfeuchtigkeit sinkt, verliert die Haut besonders schnell Feuchtigkeit – ein Effekt, der durch bestimmte Pflegeprodukte noch verstärkt werden kann.