Immer mehr Fluggesellschaften verschärfen ihre Regeln gegen störendes Verhalten an Bord. Im Fokus sind dieses Mal jedoch keine Randalierer, sondern Passagiere, die Videos, Musik oder Social-Media-Clips laut über ihre Smartphones abspielen.
Eine der deutlichsten Maßnahmen hat die US-Fluggesellschaft United Airlines eingeführt: Wer während des Fluges Audio- oder Videoinhalte konsumiert, muss Kopfhörer tragen. Diese Verpflichtung wurde offiziell in die Beförderungsbedingungen aufgenommen. Passagiere, die sich weigern, können von der Crew aus dem Flugzeug verwiesen werden oder sogar dauerhaft von der Airline ausgeschlossen werden.
Wie ernst Airlines die Regel inzwischen nehmen, zeigte ein Vorfall auf einem US-Inlandsflug. Eine Passagierin spielte laut ein Video auf ihrem Smartphone ab und ignorierte wiederholte Aufforderungen der Crew, Kopfhörer zu benutzen. Schließlich wurde sie noch vor dem Start aus dem Flugzeug geführt.
Videos des Vorfalls verbreiteten sich schnell in sozialen Netzwerken. Andere Passagiere applaudierten, als die Frau das Flugzeug verlassen musste – ein Zeichen dafür, wie sehr viele Reisende von laut abgespielten Medien genervt sind.
Die neue Vorschrift soll deshalb für eine ruhigere Kabinenatmosphäre sorgen. Neben der Kopfhörerpflicht verbieten einige Airlines auch Telefon- oder Videoanrufe während des Fluges. Wer gegen diese Regeln verstößt, muss laut den Beförderungsbedingungen mit Maßnahmen bis hin zum Flugverbot rechnen.
Experten gehen davon aus, dass die Regel Signalwirkung haben könnte. Zwar appellieren viele Fluggesellschaften bereits an die Rücksicht ihrer Passagiere, eine verpflichtende Kopfhörerregel mit möglichen Sanktionen ist jedoch bisher noch selten. Sollten Beschwerden über Lärm an Bord weiter zunehmen, könnten künftig auch andere Airlines strengere Vorschriften einführen.