Emirate senden klare Botschaft

Dubai-Urlauber festgenommen – weil er Raketen filmte

Ein britischer Tourist wurde in Dubai festgenommen, nachdem er Raketen über der Stadt gefilmt hat. Ihm droht eine Anklage.
Heute Life
12.03.2026, 23:00
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Ein britischer Urlauber wurde in Dubai festgenommen, nachdem er Videoaufnahmen von Raketenangriffen über der Stadt gemacht hat. Seit 9. März sitzt er im Polizeirevier Bur Dubai in Gewahrsam, berichtet die Menschenrechtsorganisation Detained in Dubai.

Dem 60-Jährigen wird vorgeworfen, Aufnahmen von Flugkörpern über der Metropole gemacht und diese möglicherweise online geteilt zu haben. In den Vereinigten Arabischen Emiraten können solche Handlungen nach den strengen Cybercrime-Gesetzen strafbar sein, wenn sie als Gefährdung der nationalen Sicherheit oder der öffentlichen Ordnung gewertet werden.

Klares Verbot

Als die Vereinigten Arabischen Emirate über Nacht Ziel iranischer Drohnen- und Raketenangriffe geworden sind, zückten viele Touristen und Influencer ihre Handys - und posteten Bilder der Einschläge und Abfangmanöver in sozialen Netzwerken. Die VAE gehen allerdings rigoros gegen Bilder und Videos vor, die die Kriegswirren dokumentieren. Das Land und touristische Städte wie Dubai seien sicher, soll die Botschaft nach Außen sein.

Dass Reisende in den Emiraten aufpassen müssen, welche Inhalte sie ins Internet stellen, ist zudem kein Geheimnis. Menschenrechts- und Hilfsorganisationen warnen seit Jahren, dass ausländische Besucher in den Emiraten häufig die strengen Gesetze unterschätzen – insbesondere in Bezug auf das Filmen sicherheitsrelevanter Ereignisse oder das Teilen solcher Inhalte im Internet. Verstöße können zu Geldstrafen, Haftstrafen oder zur Abschiebung führen.

Emirate fürchten Imageschaden

Die Hilfsorganisation Detained in Dubai unterstützt die Familie des verhafteten Urlaubers. "Ja, die Behörden haben diese Warnungen ausgegeben, aber wenn man vor Ort ist und alle anderen scheinbar diese Fotos teilen, vergessen viele das einfach oder lassen sich mitreißen", erklärte Radha Stirling, Gründerin der Hilfsorganisation, gegenüber dem "Telegraph" und ergänzt: "Sie verstehen nicht, dass es sehr ernst ist – dass sie dort ins Gefängnis kommen könnten."

„Sie verstehen nicht, dass es sehr ernst ist.“

Aus Angst vor iranischen Spionen seien die Behörden derzeit besonders misstrauisch gegenüber Ausländern, die in der Nähe von Regierungsgebäuden fotografieren, so Stirling. Doch sie glaubt, dass es in dem Fall des Londoners etwas anderes im Vordergrund steht: "Es geht hauptsächlich ums Image. Sie wollen nicht, dass diese Fotos Dubai und Abu Dhabi jahrelang einen dunklen Schatten verleihen. Das ist vor allem PR."

Zwei Jahre Gefängnis drohen

Bisher wurde der 60-jährige Brite nicht offiziell angeklagt. Laut "Telegraph" ist eine Freilassung ohne weitere Konsequenzen möglich. Wird er jedoch nach dem Cyberkriminalitätsgesetz der VAE verurteilt, drohen bis zu zwei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. Bei Verstößen gegen Gesetze zur nationalen Sicherheit könnte die Strafe noch höher ausfallen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 12.03.2026, 23:00
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