Ein eigener Staat mitten in Europa – was zunächst wie eine verrückte Idee klingt, ist für den 21-jährigen Australier Daniel Jackson Realität. Der junge Mann hat zwischen Kroatien und Serbien eine Mikronation gegründet und nennt sich selbst Präsident der "Freien Republik Verdis".
Das Gebiet liegt an einem schmalen Waldstreifen entlang der Donau und ist etwa so groß wie 75 Fußballfelder. Nach Angaben Jacksons sei das Land von keinem Staat eindeutig beansprucht. Auf dieser Grundlage erklärte er das Areal kurzerhand zu seinem eigenen Staat. International anerkannt ist Verdis allerdings nicht.
Die Mikronation verfügt dennoch über typische staatliche Symbole und Strukturen. Dazu gehören eine eigene Flagge, Pässe mit Sicherheitsmerkmalen, eine Regierung sowie Botschafter. Auch eine eigene Währung existiert bereits. Laut Jackson haben sich mehr als 400 Menschen der Gemeinschaft angeschlossen, während rund 2.800 weitere Personen die Staatsbürgerschaft beantragt haben.
Der junge "Präsident" entdeckte das Gebiet bereits als Teenager auf einer Karte und begann daraufhin mit der Planung seines Projekts. Unterstützer stammen vor allem aus jüngeren Generationen in Europa. Um Bürger von Verdis zu werden, müssen Interessierte unter anderem ein sauberes Vorstrafenregister vorweisen, ein Gespräch absolvieren und eine Gebühr von mindestens 350 Euro zahlen.
Die Behörden in Kroatien reagieren jedoch ablehnend auf das Vorhaben. Nachdem Jackson und seine Unterstützer versucht hatten, auf dem Gebiet eine Siedlung zu errichten, griffen kroatische Sicherheitskräfte ein. Mehrere Beteiligte wurden vorübergehend festgenommen und ausgewiesen. Gegen Jackson selbst verhängte Kroatien 2023 ein lebenslanges Einreiseverbot und stufte ihn als mögliche Bedrohung für die innere Sicherheit ein.
Auch aus völkerrechtlicher Sicht gilt Verdis bislang nicht als Staat. Experten betonen, dass dafür ein klar definiertes Territorium, ein Staatsvolk und eine funktionierende Staatsgewalt notwendig seien. Das Konzept eines echten "Niemandslands" existiere im modernen Völkerrecht praktisch nicht.
Trotz aller Kritik hält Jackson an seinem Projekt fest. Sein Ziel ist es, Verdis langfristig als neutralen Staat aufzubauen. Eines Tages, so sagt er, möchte er selbst als normaler Bürger dort leben.