Lauter Knall, Rauchwolke

"Niemand wusste vom Flug" – so entkam Tiroler dem Krieg

Amel Mujkic und seine Freundin haben es durch Zufall zurück nach Österreich geschafft. "Heute" erzählt er, was sie erlebt haben.
Heute Life
12.03.2026, 17:59
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"Wir waren gerade am Strand, als es ein paar Mal richtig laut geknallt hat und dann haben wir plötzlich eine Rauchwolke über uns gesehen", erzählt Amel Mujkic den Schockmoment am 28. Februar in Abu Dhabi. Von da an sei es kein Urlaub mehr gewesen, sondern nur noch psychischer Druck.

„Man weiß nicht, ob man lebend rauskommt.“

Sofort habe der Tiroler im Reisebüro angerufen, von dort jedoch keine Hilfe erhalten. "Wir hatten wirklich Angst und wollten nur weg. Schließlich weiß man nicht, was noch alles kommt und ob man lebend rauskommt", so der 30-Jährige. Die beiden verließen das Hotel nicht mehr, schliefen zwei Nächte sogar in der Tiefgarage, wo sie ein anderes Paar aus Belgien kennenlernten – zu ihrem Glück.

Niemand wusste von dem Flug

Beim gemeinsamen Abendessen am Dienstag erzählte das Pärchen von ein paar wenigen Etihad-Flügen, die am Mittwoch gehen würden. "Das war ein richtiger Insider, die Rezeption hatte einen QR-Code zur Anmeldung, kommunizierte dies jedoch nicht und deshalb wusste niemand davon." Mujkic zögerte nicht lange, meldete sich mit seiner Freundin für den Flug nach München um 14:20 Uhr und hoffte.

„Das war ein richtiger Insider, die Rezeption hatte einen QR-Code zur Anmeldung, kommunizierte dies jedoch nicht.“

Als der Wecker um 6 Uhr läutete, hatte der Tiroler keine Nachricht am Handy, jedoch waren ihre Flüge in der Etihad-App, die regulär am Donnerstag hätten stattfinden sollen, auf Mittwoch geändert worden. Dann begann die Nervenprobe: Da allen Gästen - Flugtickets oder nicht -  geraten worden war, sich mit gecharterten Bussen zum Flughafen zu begeben, wartete auch Mujkic mit seiner Freundin in der Hotellobby. "Wir sollten eigentlich vier Stunden vor dem Flug am Flughafen sein, doch der Bus hatte Verspätung und kam erst um 11 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt waren wir schon sehr nervös und befürchteten, unseren Flug zu verpassen."

Die Angst bleibt

Am Flughafen sei dann alles sehr geordnet und gut organisiert abgelaufen. Doch die Angst blieb: "Du weißt nicht, ob es wieder einen Raketenalarm gibt und du vielleicht nicht ins Flugzeug kannst." In der Luft habe er weniger Angst gehabt, dass eine Rakete das Flugzeug treffen könnte, als dass der Pilot vielleicht wieder umkehren müsse.

„Erleichterung machte sich erst bemerkbar, als der Pilot durchsagte, dass wir gleich im Luftraum über Europa seien.“

Im Flugzeug selbst habe die Flight Map nicht funktioniert - oder sei wohl ausgeschaltet worden. "Erleichterung machte sich erst bemerkbar, als der Pilot durchsagte, dass wir gleich im Luftraum über Europa seien. Jetzt zurück in Österreich ist immer noch ein Angstgefühl da. Wohl der Stress, der sich jetzt erst langsam abbaut."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 12.03.2026, 20:27, 12.03.2026, 17:59
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