Bevor der Uni-Stress wieder losgeht, wollten die beiden Freundinnen Lisa L. und Florentina B. die letzte Februar-Woche in Dubai verbringen. Als sie am 28. Februar am Flughafen für ihren Rückflug nach München einchecken wollen, heißt es zuerst "2 Stunden verspätet" und dann "cancelled". Die 21- und 23-jährigen Tirolerinnen haben keine Chance, das Land zu verlassen.
Die Fluglinie verteilt Gutscheine an die Betroffenen und bringt die beiden jungen Frauen und viele andere Gestrandete in Hotels nahe dem Flughafen. Dort sitzen sie seitdem fest. Auch Familie und Freunde versuchen aus der Ferne zu helfen. "Wir, unsere Freunde und Eltern daheim rufen täglich bei der Flughotline an und versuchen durchzukommen. Aber es ist chancenlos. Man hängt drei bis vier Stunden in der Leitung", so Lisa gegenüber "Heute".
Die beiden sind auch bezüglich eines Fluges nach München mit der Airline Emirates in Verbindung. "Die Dame von Emirates tut wirklich alles, um uns in einen Flieger zu bekommen, aber noch haben wir keine Bestätigung, dass es klappt." Die derzeitigen Emirates-Flüge sind Sonderflüge, die nicht normal gebucht werden können, sondern die nur von der Fluglinie direkt vergeben werden. "Wir wissen nicht, an wen diese Flüge vergeben werden, aber ich glaube, das wissen sie selbst auch nicht so genau. Es gibt keinerlei Informationen, wer bei der Vergabe präferiert wird."
Auch bekomme man widersprüchliche Hinweise: "Einmal heißt es, man kann nur über das Callcenter der Airline umbuchen, dann heißt es, man soll persönlich zum Flughafen und schauen, ob was frei ist, aber unsere Regierung warnt davor, zum Flughafen zu gehen. Man weiß einfach nicht, was man machen soll. Man hat einfach nur Angst und auch Angst davor, nächste Schritte zu setzen."
Sollte der Flug mit Emirates nicht klappen, werden die beiden das Angebot des Außenministeriums annehmen – nämlich den Bus von Dubai nach Maskat (Oman) nehmen und dann von dort nach Wien fliegen. Diese Option bereitet ihnen jedoch Kopfzerbrechen: "Wir haben sehr Angst vor dem Landweg, weil es nicht sicher sein soll, aber wir wollen einfach hier weg. Ein- bis zweimal täglich bekommen die Mädels einen Alarm aufs Handy, sie sollen sich von Fenstern fernhalten und sich nur in geschlossenen Räumen aufhalten.
Die beiden jungen Frauen verbringen ihre Tage derweil entweder im Zimmer, in der Lobby oder beim Essen. "Wir machen gar nichts, außer uns die ganze Zeit zu informieren, was wir machen können oder wie es weitergehen könnte. Wir versuchen uns zwar abzulenken, aber das funktioniert nicht." Vor allem, wenn es Nacht wird, steigt bei Lisa die Angst. "Der Tag ist ganz okay, aber die Nacht ist für mich persönlich sehr schlimm, weil man manchmal hört, wie die Raketen abgewehrt werden. Bei jeder kleinen Explosion oder Geräusch zucke ich zusammen, bei jedem Alarm laufen wir in die Lobby hinunter." Es ist zwar erlaubt, hinauszugehen, doch den beiden ist das zu riskant. "'Sicher ist sicher' ist unser Motto hier."
Was aber funktioniert, ist der Zusammenhalt zwischen den Menschen, erzählt Lisa. "Viele Gestrandete, die eigentlich nur einen Zwischenstopp in Dubai hatten, haben gerade auch keine Koffer, weil sie aufgrund der Notsituation ihr Gepäck am Flughafen zurücklassen mussten. Da hilft man sich mit Kleidung und Toilettenartikeln aus."