Sonne, Strand und Luxusurlaub – so hatten sich viele ihre Tage in Dubai vorgestellt. Stattdessen heulen plötzlich Sirenen, am Himmel sind Explosionen zu hören. Die angespannte Sicherheitslage trifft auch zahlreiche Österreicher: Laut Behörden halten sich derzeit rund 3.000 Landsleute in dem Emirat auf.
Einer von ihnen ist der steirische Unternehmer Wolfgang Bravc, der seit Mitte Februar in Dubai weilt. Der leidenschaftliche Fallschirmspringer erlebte den Ausbruch der Kämpfe in 3.000 Metern Höhe.
"Wir waren vielleicht noch eine halbe Minute vor dem Absprung, als wir gemerkt haben, dass etwas nicht stimmt. Der Pilot hat sofort gesagt, wir müssen runter – und wir sind ziemlich rasch gelandet. Später hieß es, ein Militärjet sei in der Nähe", schildert Bravc im Gespräch mit den "Muntermachern" Thomas Axmann und Valentina Ober von der Antenne Steiermark.
"Danach haben sich die Meldungen überschlagen, dass der Krieg ausgebrochen ist und dass auch Dubai ein mögliches Ziel ist, sowie alle Militärbasen, strategische Infrastruktur und alles, wo ein Rollfeld ist und ein Flugzeug betankt oder repariert werden kann", erzählt er.
Auch aktuell prägen Raketenalarme und Detonationen den Alltag. Am Himmel sind immer wieder Explosionen und Rauchwolken zu sehen – Hinweise darauf, dass Drohnen oder Raketen abgefangen werden. "Ich bin in der Nacht gegen 0.15 Uhr eingeschlafen, das Handy noch am Ohr. Um 0.37 Uhr kam der nächste Alarm", berichtet Bravc. Die Situation sei ernst: "Es ist nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte – aber Panik hilft auch niemandem."
Regelmäßig würden die Mobiltelefone mit Warnmeldungen vibrieren. Per "Civil Alert" fordern die Behörden die Menschen auf, umgehend Schutz zu suchen. Viele Hotels haben ihre Tiefgaragen als Notunterkünfte vorbereitet.
"Ich bin mit zwei Freunden hier, wir haben vereinbart, in Schichten zu schlafen", sagt der Unternehmer im "Antenne"-Interview. Das Wohngebäude verfüge über eine mehrstöckige Tiefgarage, dennoch wolle er sich nicht dauerhaft dort aufhalten.
Seine Erfahrung als Leiter einer Sicherheitsfirma in Graz-Umgebung und seine Ausbildung beim Bundesheer gäben ihm zumindest etwas Sicherheit.
"Wir gehen davon aus, dass im Ernstfall rund 60 Sekunden bleiben. Ich habe mir alle Fluchtwege genau angesehen, wir haben unsere wichtigsten Sachen ins Stiegenhaus gebracht – 17 Stockwerke schaffen wir in unter einer Minute", erklärt Bravc.
Eigentlich wollte Bravc noch bis Sonntag bleiben, aufgrund der aktuellen Ereignisse soll es bereits am Donnerstag zurück in die Steiermark gehen. "Ich glaube es erst, wenn ich im Flieger sitze. Und ganz ehrlich: Ob ich im Moment unbedingt als Erster in ein Passagierflugzeug steigen will, da bin ich mir nicht so ganz sicher, wenn ich ehrlich bin".."