Der Präsident von Zypern hat bestätigt, dass eine iranische Drohne auf einem britischen Militärstützpunkt auf der Insel eingeschlagen ist. Die Drohne vom Typ Schahed hat "kurz nach Mitternacht" (Ortszeit, 23 Uhr MEZ) die Basis Akrotiri im Süden von Zypern getroffen und dabei "geringen Sachschaden" angerichtet, so der zyprische Präsident Nikos Christodoulides am Montag.
Die britische Außenministerin Yvette Cooper sagte, in Akrotiri, das in der Nähe der bei Urlaubern beliebten Großstadt Limassol liegt, sei eine Landebahn des Flughafens getroffen worden. Momentan sei es nicht möglich, "weitere und detailliertere Angaben zu machen", aber alle "Vorsichtsmaßnahmen" seien ergriffen worden. Großbritannien hatte am Sonntag den USA erlaubt, seine Stützpunkte für "defensive" Militärmaßnahmen zu nutzen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Zypern als Mitgliedsstaat die Solidarität der Union zugesichert. "Auch wenn die Republik Zypern nicht betroffen war, möchte ich klarstellen: Wir stehen gemeinsam, entschlossen und unmissverständlich an der Seite unserer Mitgliedstaaten, wenn es um die Abwehr von Bedrohungen geht", erklärte sie im Onlinedienst X nach einem Gespräch mit dem zyprischen Präsidenten Christodoulides.
Christodoulides selbst betonte, Zypern befinde sich "in einer von besonderer geopolitischer Instabilität geprägten Region", die eine "beispiellose Krise" erlebe. Er fügte hinzu: "Unser Heimatland beteiligt sich in keiner Weise an militärischen Einsätzen und hat auch nicht die Absicht dazu." Die Insel Zypern im äußersten Osten des Mittelmeers liegt nur rund 160 Kilometer von der Küste des Libanon und gut 200 Kilometer Luftlinie von Israel entfernt.