Der eskalierende Konflikt rund um den Iran sorgt nicht nur politisch für Spannung – auch der weltweite Flugverkehr ist massiv betroffen. Gesperrte Lufträume im Nahen Osten zwingen Airlines zu großen Umwegen, Tausende Flüge fallen aus. Auf dem Weg nach Hause müssen auch rund 180 Österreicher derzeit Riesen-Umwege auf dem Luftweg fliegen.
Rund 180 Menschen befinden sich derzeit an Bord jener Maschine, die die Österreicher aus dem Krisengebiet evakuiert. Die Flugroute verläuft über Maskat im Oman via Kairo (Ägypten) und soll planmäßig in den frühen Abendstunden am Flughafen Schwechat enden – "Heute" berichtet LIVE.
Mehrere Staaten in der Region haben ihren Luftraum ganz oder teilweise geschlossen. Betroffen sind unter anderem Iran, Israel, Irak, Jordanien, Katar, Bahrain und Kuwait. Auch über Teilen der Vereinigten Arabischen Emirate und Syriens wird der Luftraum gemieden.
Damit fällt einer der wichtigsten Luftkorridore zwischen Europa, Asien und dem Golf praktisch aus. Auf der globalen Flugkarte entsteht dadurch ein riesiges "Loch" über dem Nahen Osten.
Besonders problematisch ist die Lage für große Umsteigeflughäfen im Nahen Osten wie Dubai, Doha oder Abu Dhabi. Diese zählen zu den wichtigsten Drehkreuzen für Reisen zwischen Europa, Asien und Afrika.
Besonders Langstreckenflüge zwischen Europa und Asien sind betroffen. Airlines müssen ihre Routen nun großräumig um die Krisenregion herum planen. Derzeit nutzen Flugzeuge vor allem zwei Alternativen: Die Nordroute verläuft über die Türkei, den Kaukasus und Zentralasien.
Über die Südroute wird derzeit über Ägypten, Saudi-Arabien und den Indischen Ozean geflogen. Diese Ausweichrouten führen dazu, dass sich der Flugverkehr auf wenige sichere Korridore konzentriert. Die Umwege wirken sich direkt auf die Reisezeiten aus. Je nach Strecke können Flüge 30 Minuten bis zu zwei Stunden länger dauern.
Für Airlines bedeutet das: höherer Treibstoffverbrauch, zusätzliche Überfluggebühren, teilweise sogar Tankstopps – Tausende Flüge wurden ohnehin gestrichen. Weltweit wurden bereits mehr als 11.000 Flüge gestrichen, über eine Million Passagiere sind betroffen.
Mehrere große Fluggesellschaften haben Verbindungen in die Region vorübergehend ausgesetzt oder stark eingeschränkt. Dazu zählen unter anderem Lufthansa, Emirates, Qatar Airways und Etihad.
Klar ist: Solange der Konflikt anhält, bleibt der Himmel über dem Nahen Osten für viele Airlines ein gefährliches Sperrgebiet – mit Folgen für den weltweiten Luftverkehr.