Am Samstag hatten sich die dramatischen Entwicklungen förmlich überschlagen: Israels Armee schlug – unterstützt von den USA – mit voller Wucht zu und griff mehrere Ziele im Iran an. Seit Monaten war über eine mögliche Offensive spekuliert worden, zuletzt hatten sich die Anzeichen deutlich verdichtet.
Zunächst waren aus Teheran nur Gerüchte und unbestätigte Meldungen nach außen gedrungen. Doch am Sonntag um 5 Uhr Ortszeit (2.30 Uhr MEZ) kam dann die offizielle Nachricht: Im iranischen Staatsfernsehen verkündete ein Moderator mit zitternder Stimme den Tod von Ajatollah Ali Chamenei. Das brachte viele Wiener mit iranischen Wurzeln auf die Straße.
Erst letzte Nacht jubelten Hunderte Menschen vor dem Stephansdom im Herzen der Hauptstadt den Sturz des langjährigen Iran-Anführers Ajatollah Ali Chamenei.
Am Tag darauf ging der "Triumphzug" weiter. Bereits am Sonntag kurz nach 13 Uhr füllte sich der Heldenplatz spürbar, ein Leserreporter-Video zeigt die Szenen vor Ort. Gegen 13.15 Uhr setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Die Wiener Polizei rechnete im Vorfeld mit rund 1.000 Teilnehmern – und zeigte verstärkte Präsenz.
Man gehe zwar von einer prinzipiell friedlichen Kundgebung aus, lege angesichts der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten jedoch ein besonderes Augenmerk auf die Lage, hieß es.
Die Route führte vom Heldenplatz über die Löwelstraße, weiter über den Universitätsring und die Schottengasse in die Währinger Straße. Danach zog der Demonstrationszug durch die Boltzmanngasse bis zur Kreuzung Boltzmanngasse/Strudlhofgasse. Das Ende der Kundgebung ist gegen 16.30 Uhr geplant.
Viele Teilnehmer trugen iranische Fahnen, Transparente und Plakate. Immer wieder wurden Parolen gerufen, die sich für Freiheit und einen politischen Neuanfang im Iran aussprachen. Neben Iran-Fahnen waren auch zahlreiche Israel- und USA-Flaggen zu sehen.
Entlang der Strecke kann es zu kurzfristigen Sperren und Anhaltungen kommen. Der ÖAMTC warnte vor Verkehrsbehinderungen im Bereich der Ringstraße und der angrenzenden Straßen. Autofahrer mussten mit Verzögerungen rechnen.