Was sich am Samstag zunächst wie ein Gerücht angehört hatte, wurde am Sonntag in aller Früh Realität: Ajatollah Ali Chamenei, oberster Führer des Irans, wurde bei einem massiven Militärschlag getötet. Noch in derselben Nacht versammelten sich Hunderte Menschen vor dem Stephansdom im 1. Wiener Bezirk und feierten den historischen Umbruch.
Am Samstag hatten sich die Ereignisse überschlagen. Das israelische Militär startete mit Unterstützung der USA einen groß angelegten Angriff auf Ziele im Iran. Beobachter hatten eine solche Attacke bereits seit Monaten vermutet, konkrete Hinweise hatten sich zuletzt verdichtet.
Während aus Teheran zunächst nur unbestätigte Berichte durchsickerten, folgte am Sonntag um 5 Uhr Ortszeit (2.30 Uhr MEZ) die offizielle Bestätigung: Ein Moderator im iranischen Staatsfernsehen verkündete mit brüchiger Stimme den Tod Chameneis.
Über die genauen Umstände seines Ablebens machte er keine Angaben. Auch die massiven Luftangriffe der USA und Israels auf seine Residenz in Teheran am Samstag erwähnte das Staatsfernsehen nicht.
Laut dem Moderator wurde im Iran eine 40-tägige Staatstrauer angeordnet. Das Land stand unter Schock, vielerorts wurde die Sicherheitslage verschärft.
Ganz anders die Stimmung in der Wiener Innenstadt: Vor dem Stephansdom wehten am späten Samstagabend iranische Fahnen, zahlreiche Exil-Iraner lagen sich in den Armen. Immer wieder brandete Applaus auf, Sprechchöre hallten über den Stephansplatz. Ein Leserreporter-Video zeigt die Szenen vor Ort.
Die Polizei beobachtete die spontane Kundgebung, einschreiten musste sie jedoch nicht. Bis tief in die Nacht hinein wurde gefeiert – während im Iran eine neue, ungewisse Ära begann.