Andere sollen sich kümmern

Trump will Schutz der Straße von Hormus abgeben

US-Präsident Donald Trump sorgt mitten im Irankrieg mit neuen Aussagen zur Straße von Hormus für Wirbel. Er bringt einen Rückzug der USA ins Spiel.
Nick Wolfinger
18.03.2026, 15:31
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Da soll sich noch einer auskennen. In der Frage der Sicherung der strategisch wichtigen Straße von Hormus ändert der US-Präsident fast täglich seine Linie.

Die Lage ist hochbrisant: Die strategisch wichtige Meerenge ist seit Beginn des Krieges am 28. Februar schwer umkämpft, der Schiffsverkehr massiv eingeschränkt. Angriffe auf Tanker und Militärschläge der USA haben die Region zur Gefahrenzone gemacht.

Trump nach Abfuhr beleidigt

Trumps Zick-Zack-Kurs macht die Lage dabei nicht gerade durchschaubarer. Noch am Sonntag forderte er zahlreiche Länder auf, sich militärisch an der Absicherung der Meerenge zu beteiligen. Die Reaktionen fielen jedoch verhalten aus. Am Dienstag schrieb Trump dann: "Wir brauchen eure Hilfe nicht mehr!" und erklärte, das Problem sei durch die Stärke der USA bereits gelöst. Der Iran widersprach dieser Darstellung umgehend.

Jetzt droht er mit Rückzug

Nur einen Tag später legt Trump nach - und geht noch einen Schritt weiter. In einem Posting auf seiner Plattform "Truth Social" schreibt er nun: "Ich frage mich, was passieren würde, wenn wir den Rest des iranischen Terrorstaates endgültig auslöschen und die Länder, die ihn nutzen - wir nicht -, für die sogenannte 'Straße' verantwortlich machen würden?"

Die Botschaft dahinter: Die USA könnten sich aus der Sicherung der wichtigen Handelsroute zurückziehen. Länder, die auf Öl- und Gaslieferungen durch die Region angewiesen sind, müssten dann selbst für die Sicherheit sorgen.

Nadelöhr des Welthandels

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Nadelöhren des Welthandels. Rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Erdöls und Flüssiggases werden dort transportiert. Vor allem asiatische Staaten wären betroffen. Zu den größten Abnehmern zählen China, Indien, Japan und Südkorea.

„Das würde einige unserer trägen 'Verbündeten' endlich zum Handeln bewegen, und zwar schnell!“
US-Präsident Trumpspielt mit dem Gedanken, sich aus der Straße von Hormus zurückzuziehen

Die Konsequenzen sind dort längst deutlich spürbar: Der Inselstaat Sri Lanka hat bereits eine Viertage-Woche eingeführt, um Öl zu sparen. Neuseeland überlegt, verpflichtende autofreie Tage einzuführen.

Nur ein Bluff?

Was Trump dabei ausblendet: Die Verknappung von Öl und Gas treibt die Preise längst nach oben – auch in den USA. Das setzt ihn vor dem anstehenden Wahlkampf unter Druck. Ein kompletter Rückzug aus der Straße von Hormus gilt daher als unwahrscheinlich. Beobachter sehen darin eher ein Druckmittel – ganz im Stil von Trumps Verhandlungstaktik.

Sein Kalkül: Verbündete sollen unter Zugzwang geraten und schneller handeln. Ob das aufgeht, ist offen. Reaktionen auf sein Posting blieben bisher aus.

{title && {title} } NW, {title && {title} } 18.03.2026, 15:31
Jetzt E-Paper lesen