Der Krieg gegen den Iran hat vor allem in Asien eine spürbare Energiekrise ausgelöst – und in einem Land besonders drastische Folgen: Sri Lanka führt eine Vier-Tage-Woche im öffentlichen Sektor ein, um Treibstoff zu sparen und Engpässen vorzubeugen.
Die Regierung hat beschlossen, dass staatliche Einrichtungen künftig jeden Mittwoch geschlossen bleiben.
Mit dieser Maßnahme soll der Verbrauch von Kraftstoff deutlich reduziert werden. Präsident Anura Kumara Dissanayake rief bei einem Krisentreffen zur Vorsicht auf. Man müsse sich, so seine Worte laut einem Bericht der BBC, "auf das Schlimmste vorbereiten". Gleichzeitig betonte er, man hoffe auf eine bessere Entwicklung der Lage.
Die zusätzliche arbeitsfreie Zeit gilt nicht nur für Behörden, sondern auch für Schulen und Universitäten. Ausgenommen sind jedoch Institutionen der Grundversorgung, etwa im Gesundheitswesen oder bei der Einwanderungsbehörde, die weiterhin ihren Betrieb aufrechterhalten.
Hintergrund der Entscheidung sind steigende Ölpreise und mögliche Lieferprobleme, die durch geopolitische Spannungen zusätzlich verschärft wurden. Besonders relevant ist dabei die Situation rund um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl und Gas weltweit. Über diese Meerenge gelangt ein Großteil der Energielieferungen aus der Golfregion nach Asien – dem größten Ölimportmarkt der Welt.
Neben der Vier-Tage-Woche setzt Sri Lanka weitere Sparmaßnahmen um. Autofahrer müssen sich für ein National Fuel Pass-System registrieren, das die Treibstoffmenge begrenzt. Die derzeitigen Quoten liegen bei 15 Litern für Pkw und 5 Litern für Motorräder. Das System wurde bereits 2022 während der schwersten Wirtschaftskrise des Landes eingeführt, als es zu massiven Engpässen und fehlenden Devisen für Energieimporte kam.
Auch andere asiatische Staaten reagieren mit Sparprogrammen auf die Lage. Von Einschränkungen bei Klimaanlagen über Fahrbeschränkungen bis hin zu Homeoffice-Regelungen reichen die Maßnahmen, um den Energieverbrauch zu senken. Die Ölpreise sind seit Beginn der militärischen Spannungen deutlich gestiegen und bewegen sich aktuell nahe der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel.