Ein ungewöhnliches Gerücht sorgt derzeit international für Aufsehen. Im Fokus steht Modschtaba Chamenei, der neue Oberste Führer des Iran. Demnach soll der 56-Jährige homosexuell sein – eine Information, die im politischen und religiösen System des Landes höchst brisant wäre.
Laut einem Bericht der "New York Post" halten US-Geheimdienste entsprechende Hinweise für glaubwürdig. Demnach sollen sie auch den damaligen Präsidenten Donald Trump darüber informiert haben. Die Reaktion im Weißen Haus fiel laut Beteiligten überraschend locker aus - Trump soll laut gelacht haben, als er davon erfuhr.
Die politische Sprengkraft liegt auf der Hand: In der Islamischen Republik Iran zählt Homosexualität zu den strengsten Tabus. Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind verboten, im Extremfall droht sogar die Todesstrafe. Grundlage dafür ist das Strafrecht, das auf einer strengen Auslegung der Scharia basiert und sexuelle Beziehungen ausschließlich innerhalb einer Ehe zwischen Mann und Frau erlaubt.
Gerade deshalb wäre es außergewöhnlich, wenn ausgerechnet der oberste religiöse Führer selbst homosexuell wäre. Hinweise darauf kursieren laut westlichen Geheimdienstquellen schon länger im Hintergrund der iranischen Politik. Demnach wurden diese Gerüchte immer wieder genutzt, um den politischen Aufstieg Chameneis zu bremsen.
Auch sein Vater, Ajatollah Ali Chamenei, soll Zweifel gehabt haben. Laut Geheimdienstkreisen hielt er seinen Sohn für ungeeignet als Nachfolger und misstraute ihm. Diese Einschätzung sollen US-Dienste laut dem Nachrichtensender CBS ebenfalls an Trump weitergegeben haben.
Trotz dieser Vorbehalte wurde Modschtaba Chamenei Anfang März zum neuen Obersten Führer ernannt. Zuvor war sein Vater bei einem Luftangriff ums Leben gekommen.
Unklar ist derzeit allerdings, in welchem Zustand sich der neue Machthaber befindet. Berichten zufolge wurde er bei dem Angriff schwer verletzt und soll zur Behandlung nach Moskau gebracht worden sein.