Seit seiner Ernennung hat sich Irans neuer Oberster Führer Modschtaba Chamenei nicht öffentlich gezeigt. Das heizt weltweit Spekulationen über seinen Aufenthaltsort und seinen Gesundheitszustand an.
Laut einem Bericht der kuwaitischen Zeitung "Al-Jarida" soll sich der Ajatollah derzeit in Russland befinden. Unter Berufung auf "eine hochrangige Quelle aus dem Umfeld des neuen iranischen Führers" schreibt das Blatt, Chamenei sei am Donnerstag in einer geheimen russischen Operation aus dem Iran gebracht worden.
Demnach habe Russlands Präsident Wladimir Putin vorgeschlagen, den Geistlichen zur Behandlung nach Russland zu holen. In einer Klinik in Moskau könne er sich erholen, ohne Ziel israelischer oder US-amerikanischer Luftangriffe zu werden.
Mit dem iranischen Führer soll auch ein Team von Ärzten aus dem Iran nach Russland gereist sein. Für zusätzliche Zweifel sorgt eine Botschaft, die vergangene Woche verlesen wurde. Laut dem Bericht soll Khamenei diese gar nicht selbst geschrieben haben.
Mehr noch: Der Oberste Führer habe "seine" Botschaft nicht einmal vor der Ausstrahlung gesehen. Er habe den Inhalt erst erfahren, als sie öffentlich verlesen wurde. Die Zeitung vermutet hinter dem Text Irans nationalen Sicherheitschef Ali Larijani. Die Erklärung sei nahezu identisch mit mehreren Aussagen, die dieser in den vergangenen Tagen abgegeben habe.
Auch aus den USA kommen widersprüchliche Signale. Präsident Donald Trump erklärte, er glaube, dass Chamenei - wie zuvor sein Vater - bereits tot sei. Der Iran sei "im Wesentlichen führerlos".
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth äußerte sich etwas zurückhaltender. Er erklärte am Freitag, Chamenei sei "verwundet und wahrscheinlich entstellt".
Zusätzliche Brisanz bringt ein Bericht von CBC News. Demnach soll der verstorbene frühere Oberste Führer Ali Chamenei Sorge gehabt haben, dass sein Sohn ihn eines Tages beerben könnte. Laut US-Geheimdienst habe er den heute 56-Jährigen als "nicht sehr intelligent und als ungeeignet für die Führung angesehen". Zudem soll er Probleme in seinem Privatleben gehabt haben.
Der Iran selbst weist alle Gerüchte zurück. Außenminister Abbas Araghchi erklärte am Sonntag, das neue Staatsoberhaupt sei "bei ausgezeichneter Gesundheit", habe "die Situation unter Kontrolle und sei an seinem Posten anwesend".