Straße von Hormus

EU-Länder haben "kein Interesse" an Donald Trumps Krieg

Trotz Donald Trumps Forderungen bleibt die EU bei ihrer Marinemission Aspides zurückhaltend und plant keine Ausweitung auf die Straße von Hormus.
Newsdesk Heute
16.03.2026, 22:20
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Trotz der Forderungen von US-Präsident Donald Trump plant die EU derzeit keine Ausweitung ihrer Marine-Mission Aspides auf die Straße von Hormus. "Derzeit besteht kein Interesse daran, das Mandat der Mission Aspides zu ändern", erklärte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Montag nach dem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel. Sie betonte außerdem: "Niemand will aktiv in diesen Krieg ziehen." Trump hatte am Sonntag in einem Interview mit der "Financial Times" mehr Unterstützung von seinen Verbündeten in der Straße von Hormus verlangt.

Bleibe diese aus, wäre das laut dem US-Präsidenten "sehr schlecht für die Zukunft der Nato", so der Präsident, der allerdings selbst in der Vergangenheit das Sicherheitsbündnis infrage gestellt hatte. Die europäischen Nato-Partner haben diese Forderung aber sofort abgelehnt. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggas-Transports läuft, vom iranischen Militär praktisch gesperrt. Zusätzlich hat der Iran Ölanlagen in mehreren Golfstaaten und Öltanker angegriffen.

Diese Angriffe haben die Preise für Öl und Gas stark ansteigen lassen. Die EU hat die Marine-Mission Eunavfor Aspides im Februar 2024 ins Leben gerufen. Sie soll die Schifffahrt im Roten Meer vor Angriffen der pro-iranischen Huthi-Miliz aus dem Jemen schützen. Das Mandat umfasst zwar auch den Persischen Golf und die Straße von Hormus, der eigentliche Auftrag beschränkt sich aber derzeit auf das Gebiet südlich des omanischen Hafens Maskat. Laut Kallas wünschen sich einige Mitgliedsländer, mehr Schiffe für den Schutz einzusetzen.

Trump "ein New Yorker Immobilienmogul aus Queens"

Sicherheitsexperte Nico Lange analysierte die Situation am späten Montagabend in der "ZIB2" bei ORF-Moderator Armin Wolf. Trump habe einen Krieg gegen den Iran begonnen und "nicht damit gerechnet, dass diese schweren Folgen eintreten", so Lange dazu, warum der US-Präsident plötzlich um Hilfe bitte. Zudem wolle Trump die Kosten für die Schutzmaßnahmen für die Straße von Hormus "sozialisieren, auf die Partner übertragen". Es sei nicht überraschend, dass Trump verhandle wie "ein New Yorker Immobilienmogul aus Queens".

In seiner Welt sehe das so aus: Erpresse man ihn mit der Straße von Hormus, sage er, man könne ihn damit gar nicht erpressen und andere, die damit ein größeres Problem hätten, sollen sich darum kümmern, so Lange: "Das ist typisch Trump." Der Krieg sei völkerrechtlich nicht legitimiert, doch für die Menschen in Nahost sei es gut, dass die Mullahs und das Militär geschwächt seien, so der Sicherheitsexperte. "Erwachsene Geopolitik" bedeute nicht, einfach zu sagen, "das ist Trumps Krieg, jetzt soll er die Suppe selbst auslöffeln", so Lange.

Trump gehe es darum, "möglichst viele mit reinzuziehen"

"Schlechter Stil mindestens mal" sei es gewesen, dass Trump den Krieg begonnen habe, ohne irgendwelche Partner zu informieren, diese aber nun erpressen wolle, in den Krieg einzusteigen. "Jetzt, wo das schiefgegangen ist", gehe es Trump laut Lange wohl darum "möglichst viele mit reinzuziehen", um die Kosten zu verteilen. Man könne jetzt beklagen, dass der US-Präsident im Alleingang einen Krieg begonnen habe, aber es helfe nicht, einfach wegzusehen, hieß es. Schließlich seien die USA ein großer Energie-Exporteur auf der Welt.

Viele Länder würden abhängiger von der Straße von Hormus sein als die USA, warnte Lange. Wenn Trump "zynisch wäre, könnte er sagen, durch die steigenden Preise verdiene ich sogar noch Geld". Wie könnten Länder helfen, ohne in den Krieg gezogen zu werden? Die Ukraine helfe beispielsweise drei Golfstaaten dabei, Drohnen abzuwehren und den Energiesektor besser zu sichern, so Lange. Es gebe militärische Güter zu exportieren, Sonare und Minenjagdboote. Und man müsse fragen, ob es nicht schlau sei, gute Kontakte zu Golfstaaten herzustellen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 16.03.2026, 22:20
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