Europa soll Soldaten schicken

Trump will Europa in den Iran-Krieg hineinziehen

Mehr als zwei Wochen nach Kriegsbeginn droht der nächste Schock für die Weltwirtschaft. US-Präsident Trump fordert nun mehr Hilfe aus Europa.
Nick Wolfinger
16.03.2026, 10:42
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Kurz nach Beginn der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran am 28. Februar verkündete die Islamische Republik die Sperre der Straße von Hormuz. Durch die Meerenge werden normalerweise 20 Prozent des weltweit gehandelten Erdöls, aber auch mehr als 20 Prozent des verschifften Flüssiggases (LNG) transportiert.

Das Ergebnis: Die Schifffahrt durch die Meerenge zwischen Iran und Oman brach um etwa 90 Prozent ein. Die Ölpreise schossen weltweit von etwa 70 US-Dollar auf zeitweise über 100 Dollar hoch. Auf diesem Level befand sich der Ölpreis auch am Montag.

Seeblockade treibt Ölpreis in die Höhe

Betroffen sind Länder wie Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Kuwait, der Irak und der Iran, die nun deutlich weniger Erdöl exportieren können – weshalb das Angebot auf den Weltmärkten knapp wird und die Preise steigen. Hohe Ölpreise treiben Inflation und bremsen die Wirtschaft weltweit.

Umso erstaunlicher ist, dass die USA diesen Krieg begonnen haben, ohne eine klare Strategie für die Straße von Hormuz bei der Hand zu haben. Denn der Iran drohte bereits seit vielen Jahren damit, im Falle eines Angriffs die strategisch bedeutende Meerenge zu sperren.

Angriffe auf Schiffe vom Festland aus

Nach US-Angaben wurde ein Großteil der iranischen Marine zerstört. Doch gegen Drohnen- und Raketenangriffe von der Küste haben die Amerikaner bisher kein wirksames Mittel gefunden.

Mehrfach kündigte US-Präsident Trump daher an, Marine-Eskorten für Öltanker organisieren zu wollen. Jetzt sucht Trump plötzlich nach Verbündeten für den Krieg.

Jetzt braucht Trump Europas Hilfe

Bereits am Samstag nahm Trump Frankreich, Japan, Südkorea und Großbritannien namentlich in die Pflicht. Sie sollten sich seiner "gemeinsamen Anstrengung" anschließen, die Straße von Hormuz zu sichern. Die Reaktionen der genannten Ländern fielen bisher zurückhaltend aus.

Am Sonntag verschärfte Trump den Ton. Sollten die Verbündeten nicht reagieren, könnte das seiner Meinung nach "sehr schlecht für die Zukunft der NATO" sein. Seiner Ansicht nach würden die Europäer den USA etwas schuldig sein: "Wir waren sehr entgegenkommend. Wir hätten ihnen in der Ukraine-Krise nicht helfen müssen. Die Ukraine ist Tausende von Kilometern von uns entfernt … Aber wir haben ihnen geholfen."

Und weiter: "Jetzt werden wir sehen, ob sie uns helfen. Denn ich habe schon lange gesagt, dass wir für sie da sein werden, aber sie nicht für uns".

Europa soll Soldaten schicken

Auf die Frage, welche Hilfe er benötigt, antwortet er: "Alles, was nötig ist." Er fügte hinzu, die Verbündeten sollten Minensuchboote schicken, von denen Europa deutlich mehr besitze als die USA.

Trump deutete sogar an, dass Europa militärisch direkt eingreifen könnte. Er wolle "Leute, die einige Störenfriede an der (iranischen) Küste ausschalten". Dabei könnten europäische Kommandoteams eingesetzt werden. Sie sollen iranische Drohnen- und Minenangriffe im Persischen Golf stoppen, deutete der US-Präsident in dem achtminütigen Telefon-Interview mit der "Financial Times" an.

Trotz dieses Hilferufs an die Welt behauptet Trump weiterhin, auf Siegeskurs zu sein: "Wir haben den Iran im Grunde vernichtet", sagte er. "Sie haben keine Marine, keine Flugabwehr, keine Luftwaffe, alles ist weg. Das Einzige, was sie noch tun können, ist, ein wenig Ärger zu machen, indem sie eine Mine im Wasser versenken – lästig, aber diese Belästigung kann Probleme verursachen."

{title && {title} } NW, {title && {title} } 16.03.2026, 10:42
Jetzt E-Paper lesen