In der Türkei hat die NATO nach Angaben aus Ankara erneut eine Rakete abgefangen, die aus dem Iran abgefeuert worden sein soll. Das Geschoss drang laut türkischem Verteidigungsministerium in den türkischen Luftraum ein, bevor es unschädlich gemacht wurde.
"Eine aus dem Iran abgefeuerte ballistische Rakete, die in den türkischen Luftraum eindrang, wurde von den Luft- und Raketenabwehrsystemen der NATO im östlichen Mittelmeer unschädlich gemacht", erklärte das Verteidigungsministerium am Freitag.
Kurz zuvor hatte es rund um den von der Nato genutzten Luftwaffenstützpunkt Incirlik im Süden der Türkei Alarm gegeben. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, waren dort Sirenen zu hören.
Auch Bewohner der nahegelegenen Stadt Adana, etwa zehn Kilometer vom Stützpunkt entfernt, wurden laut dem Nachrichtenportal "Ekonomim" gegen 03:25 Uhr Ortszeit (01:25 Uhr MEZ) durch den Alarm geweckt. Die Sirenen hätten etwa fünf Minuten lang geheult.
In Onlinevideos sei laut "Ekonomim" zudem ein leuchtendes Objekt am Himmel zu sehen gewesen, bei dem es sich möglicherweise um eine Rakete gehandelt habe. In der Stadt seien über längere Zeit Feuerwehrsirenen und Sirenen von Sicherheitskräften zu hören gewesen.
Auch weiter östlich in der rund 600 Kilometer entfernten Stadt Batman wurde Medienberichten zufolge am frühen Morgen Alarm ausgelöst. Vermutlich sei der Alarm an einer Drohnenbasis der Armee nahe dem Flughafen der Stadt aktiviert worden.
Bereits zuvor waren seit Beginn des Iran-Kriegs zwei iranische Raketen über dem Nato-Mitglied Türkei abgefangen worden. Am Dienstag kündigte Ankara an, ein Patriot-Raketenabwehrsystem in der östlichen Provinz Malatya zu stationieren. Dort befindet sich auch der Militärstützpunkt Kürecik, auf dem neben US-Soldaten ein Nato-Radarsystem installiert ist, das iranische Raketenstarts erkennen kann. Nach dem Abschuss der ersten Rakete im türkischen Luftraum in der vergangenen Woche hatte die Nato ihre Abwehrbereitschaft erhöht.
Nach dem zweiten Raketen-Abschuss am Montag telefonierten Irans Präsident Massud Peseschkian und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan miteinander. Laut türkischem Präsidialamt erklärte Peseschkian dabei, dass "die in den türkischen Luftraum eingedrungenen Raketen nicht aus dem Iran stammen".